<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303</id><updated>2012-02-02T04:30:32.665-08:00</updated><category term='14.11.10'/><category term='10.05.10'/><category term='03.05.10'/><category term='01.05.10'/><title type='text'>Neurose &amp; Reflexion</title><subtitle type='html'>Notate aus einem deutschen Zettelkasten. Gesammelte Reisenotizen nach Fahrten durch Bücher, Landschaften, Ideologien.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>1167</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-9036697265496032362</id><published>2012-01-31T21:30:00.000-08:00</published><updated>2012-02-02T04:30:32.675-08:00</updated><title type='text'>777. – Endliche Amtsführung I.</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: left;"&gt;Der Herr K., aus jenem Teil des Balkans, wo einst Deutschgesprochen wurde, hat es geschafft: er ist deutscher Beamter geworden. Nachdemer die Ausbildung absolviert und einen Arbeitsplatz zugewiesen bekommen hatte,stellte er sofort das Arbeiten ein. Die Tatsache seiner Anwesenheit im Amt warihm Leistung genug. Was er hätte arbeiten müssen, konnte er mit großem Geschickdelegieren, einmal weil er nun ein deutscher Beamter war und den hierarchischdeutlich unter ihm postieren An­ge­stellten Arbeit zuweisen konnte, zum anderenwar er äußerst geschickt im Verteilen von Lob und Anerkennung; die solchermaßenAusgezeichneten fühlten sich sehr geehrt, sie übernahmen im Gegenzuggenaugenommen jede Aufgabe für ihn. Außerdem hatte er eine sehr blumige,weiche, einschmeichelnde Rhetorik entwickelt, um seinen Anfängerstatus zuumschreiben. Ihm gelang es zu verschleiern, daß er weder die gebräuchlichenTechniken heutigen rechnergestützten Verwaltens beherrschte, noch daß Aussichtbestand, daß er sie je beherrschen würde; er kokettierte mit seiner Herkunft,und nicht nur den Aufmerksameren seiner Mitarbeiter, sie heißen in DeutschlandUntergebene, schien es, als nähme sein ausgezeichnetes Deutsch in solchenexkulpierenden Reden wieder einen stärkeren osteuropäischen Akzent an. Werwollte einem so höflichen, weichen, diskreten Mann die Hilfe verweigern.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;So konnte sich Herr K. in sein Dienstzimmer zurückziehen imsicheren Gefühl, daß die Dinge weiterhin ihren gewohnten, reibungslosen Gang gingen.Herr K. krönte die Individualisierung seines karg möblierten Büros mit einemneuen stationären Bleistiftspitzer. Und er erstand in einem 99-Pfennig-Ladenein Dutzend einfachster Bleistifte. Und die spitzte er jetzt. Ausführlich,konzentriert, ernsthaft.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Viel mehr tat er eigentlich nicht.&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Nach einigen Jahren fing er an, Kakteen zu sammeln. Aber erhatte kein Geschick darin: mal ersäufte er sie beinahe in einem viel zu gutgemeinten wöchentlichen Wasserschwall, dann wieder vergaß er sie über langeWochen und Monate, das Resultat: sie hingen halb lebendig, halb tot, umgesunkenwie betrunkenes Lumpengesindel, bräunlich grüngrau und lappig über dem Rand desfleckigen Topfes, an dessen unterem Rand ein bräunliches Gekröse nichts Gutesverhieß, als müßten sie sich übergeben angesichts des Elends um sie herum. Dannaber kam ihm die Idee, sie mit den feingezackten Girlanden zu düngen, denmöglichst langen – kindlicher Apfel- oder Kartoffelschäl-Spiele abgeguckten –Früchten seiner Bleistiftspitzerei.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Sie betreibt er nun beinahe professionell: er breitet aufseinem – stets vollkommen leeren – Schreib­tisch ein Werbeblatt aus, damit ihmja kein Kringelchen entgehe. Hat er eineinhalb bis zwei Bleistifteheruntergespitzt auf die Länge eines normalen Streichholzes, rollt er dieZeitung zu einer Tüte auf und kippt den Inhalt über dem größten Pflanztopf aus,in nicht zu steilem Winkel, vor­sichtig aufklopfend auf dem Rand, damit nichtgleich alles auf einmal und ganze Schwünge, Kaskaden und verknotete Großgirlandenheraus­schießen.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Die restliche Menge seines hölzernen, durch akkuratesteHandarbeit erworbenen Düngers verteilt er zu gleichen Teilen, unter intensivemSelbstgespräch, und Herr K. ist noch keine vierzig!, auf die anderenBlattpflanzen.&lt;span style="color: black;"&gt; Auch eine Birkenfeige, die Herr K. gern mit ihrem populärenlateinischen Namen Ficus benjamini benennt, dämmert hier kümmerlich dahin. Mitihren wenigen an der Spitze eines einsamen Stammes verbliebenen Blättchengleicht sie einem haararmen, mitleiderregenden Pinsel, der allenfalls noch derErinnerung dient an die guten nützlichen Zeiten. Dieser Ficus steht auf einer –legt man den Vergilbungsgrad als Zeit-Indikator zugrunde – etwa fünf Jahrealten, mehrfach gefalteten Zeitung.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 15pt; text-align: left;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Das Datum ließe sich freilich feststellen, denn wenn auchdie Ränder dieser möbelschonenden und kostengünstigen Unterlage bereitszerfranst, buschig-blättrig aufgedunsen und ein wenig aufrecht in die Höheragen, kaum mehr erkennbar als ein Buchstaben zeigendes Dokument, so dürftesich unter dem Topfe selbst doch noch ein lesbares Stück Text finden lassen,aus dem ein Datum sicherlich zu erschließen wäre. Ich sage „wäre“, weil ich zumeinem großen Bedauern feststellen muß, daß Herr K. sein Büro so seltenverläßt, und wenn, dann nur für ganz kurze Zeit, daß mir keine Gelegenheitbleibt, dies endlich einmal gründlich zu überprüfen.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Herr K. gebietet noch über einen Bogenhanf, auch hierspricht er gerne latinisierend von seiner Sansevieria, ferner über zwei Töpfemit Elefantengras (das asiatische Saccharum ravennae versteht sich) und über eineDrachanea, welche sämtlich gedüngt werden mit den girlandesken Überrestensäuberlich gespitzter, blassgelber No-name-Bleistifte. Sind alle versorgt mitseinem feinen Spitzerabfall, gießt er etwas Wasser nach, denn das anschwellendeQuellgut, davon ist er überzeugt, dünge besonders nachhaltig.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Solch eine zeitraubende und nur sorgfältig zu erledigendeTätigkeit verlangt nach Rast und Stärkung. Zu diesem Zweck begibt er sich anseinen Kühlschrank, in dem er etliche Joghurtbecher, Packungen verschiedenerKäsesorten und Knäckebrot aufbewahrt und meist auch eine angebrochene FlascheMineralwasser. Herr K. ist bescheiden, und so ernährt er sich auch bescheiden:die Reste des Frühstücksjoghurts hat er, bei kühler Jahreszeit, von zu Hausemitgebracht, gegen das Auslaufen gesichert durch die Abdeckung mit einer Folie,die er sich zurechtgeschnitten hat aus alten Plastiktragetaschen, vonumlaufenden Gummibändern stramm gezogen (zu seiner Freude schnippt er manchmalmit dem Finger gegen die gespannte Oberfläche und erfreut sich dann an demBongo-ähnlichen Klang).&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 15pt; text-align: left;"&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Ich habe inzwischen den Eindruck gewonnen, die Joghurtsstammen gar nicht von dort. Ja, ich hege den Verdacht, daß Herr K. dieseseltsam verpackten Lebensmittel irgendwo anders her bezieht als aus normalenEinkäufen in einem normalen Lebensmittelladen. Mein Verdacht gründet sich aufeine auffällige Trübung der Plastikgefäße, wie man sie an Kühltheken vonMetzgereien findet, in denen auch Lebensmittel wie Kartoffel-, Thunfisch- oderFleischsalat in solchen Gefäßen angeboten werden.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Die Becher nun, in denen Herr K. sein Futter herantransportiert,sind, das weiß ich sicher, oft und oft wiedergespülte Becher. Es könnten aberauch Gefäße einer Großküche, einer Kantine sein. Meine Erkundungen habenergeben, das heißt man munkelt im Amt, daß Herr K., als Privatmann Nachbareines Heims für schwererziehbare Jugendliche, in diesen Gefäßen dasÜbriggebliebene der Mahlzeiten dieser jugendlichen Übeltäter einem wohltätigenZweck, nämlich seinem eigenen, zuzuführen pflegt.Die Becher jedenfalls sind auslaufsicher verschnürt, siekönnen während der kurzen Fahrradfahrt nicht leckschlagen, denn er kümmert sichauch da sehr sorgfältig um ein umsichtiges, zugleich verträumtes Verstauen derLebensmittel in einer Art kleinem Kartonkoffer, wie auch wir sie vor Zeiten alsKinder besaßen, nur eben etwas größer, doch von der gleichen einfachen Pappmachésorte.Er erledigt das so exakt wie die Positionierung der Fahrradklammern am Hosenbein.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Den Rest dieses aufwendig verschnürten Futters vertilgt erjetzt, gegen zehn nach neun. Er hat sich im übrigen, seit er im Amt ist,immerhin seit kurz nach halb acht, mit noch nichts anderem beschäftigt, als denSpitzerabfall zu verteilen, die Frühstückspause zu thematisieren und nun energischzu ihrer Ver­wirklichung zu schreiten. Die Postmappe hat ihm ein gequältesLächeln abgerungen und er hat die nach eingehendem Studium verlangenden Papiereund Briefe umgehend an die junge fleißige Frau H. weitergegeben.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;In kleinen Behältnissen, Blechschachteln, vergilbenden Plastikdosen,leeren Teeboxen hat er sich Erdnüsse und Sonnenblumenkerne, auch Pistazien undSesamkörner mitgebracht. Was von alledem auch zum Düngen taugt, kann als übriggebliebenerRest am Ende der Knabber-Mahlzeit an die Pflanzen gehen, deren kümmerlichesErscheinungsbild so gar nichts vom Aufwand berichtet, mit dem er das grüneArsenal auf seinen Fensterbänken und halbhohen Aktenschränken zu pflegen versucht.Heute ist ein besonderer Tag, heute ist Mittwoch, das istder Erdnußtag!&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Herr K. holt eine frische (wenn auch veraltete) Zeitungheraus, bedeckt seinen Schreibtisch mit – lesbar angeordneten – Doppelseiten, beschwertsie an den oberen, von ihm wegweisenden Kanten mit den Gewichten vonTesaroller, Tacker und Locher und beginnt, Erdnüsse zu knacken.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;„Knacken“ kann man ja eigentlich das Öffnen dieser wenigharten Schalen nicht nennen. Es ist ein verknisterndes Puhlen, einschrappend-ratschendes Wispern, eine entfitzelnde Klauberei aus Häuten und demfaserigen Gebrösel der berstenden Schalen, die bei abgelagerten Exemplarendurchaus auch kleine Staubwölkchen absondern können.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Herr K. versteht sich auf Erdnüsse. Er erledigt ihr Öffnennicht als hastige Zerstörung, grabscht nicht mit offensiv gespanntenFingerkuppen nach den köstlichen Früchten, unaufhaltsam und ungeduldig etwa aufdem Weg zum Genuß der weißgelblichen Nüsse; nein – er zelebriert dasHerausschälen der Nüsse wie die Herrichtung einer kostbaren Mahlzeit.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;So streckt er immer wieder die Arme in die Luft, spreiztdie Finger, läßt die Arme aus den Ärmeln wachsen, hebt die Ellenbogen hoch nachaußen, als gebe er sich einen entschlossenen Ruck, so sieht es jedenfalls aus,eine für ihn untypische und auch lediglich solchen besonderen Tagen vorbehalteneSeinsweise.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Dann hebt er die Augenbrauen, als wolle er staunendkonstatieren: Ach, das ist ja unglaublich! Was haben wir denn da?! Was erfreutmein müdes Beamtenauge?! Sieh an, sieh an, da ist eine Nuß, jaja, es ist sogareine Erdnuß! Eine schöne reife Erdnuß! Eine Erdnuß hier auf meinem Amte, an einem Mittwoch des Morgens im Sonnenschein! Welch eine Freude!&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Und hochkonzentriert widmet Herr K. sich jetzt dem Aufreihen der schalen- und hautrestfrei geborgenen Erdnüsse. Denn noch hat er keiner einzigen erlaubt, den Weg zum Munde zu finden. Das Gelüste hat zu warten. Er macht auchdas mit Hingabe, dabei zeigt er einen gewissen routinierten Schwung, wenn auchnicht wirkliche Eleganz, aber doch mit der Sanftheit einer spielerischen Bewegung,als zöge er tänzelnd immer engere Kreise um sein lächelnd angestrahltes Opfer.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Eleganz überhaupt ist Herrn K. fremd. Er ist in derÄsthetik seiner Kleiderwahl, in der Entscheidung für die spärlichen Variantenseiner Alltagsgegenstände, der Aktentasche, des Schirms, der Schuhe allein daraufbedacht, haltbare Solidität zu erwerben, die allerdings nicht viel kosten darf.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Eine solche Kombination ist nun aber unglücklich, denndiese beiden Kriterien werden von einem Gegenstand nie gleichzeitig erfüllt. Sohat sich in seinem farblichen Habitus etwas Grün-Braun-Erdiges, etwasGrauverwaschenes festgesetzt. Die Farben stammen von gebrauchten Gegenständen, vonFehlproduktionen oder den Altersspuren ehedem durchaus ansehnlicher unddurchaus solider Anschaffungen. Aber auch hier werde ich den Verdacht nichtlos, als seien es gar nicht seine Sachen, die er da trägt. Ich bin in meinenSpekulationen allerdings noch nicht sehr weit gekommen, vermute aber, daß esfruchtbar sein könnte, wenn ich bei älteren Heiminsassen der genannten Anstaltweiter recherchiere. Womöglich korrelieren die Essens- den Kleiderresten!&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Dieser rustikal-försterlichen Farbigkeit entspricht seinbärtiges Gesicht, das er nicht deshalb nicht rasiert, weil er zu faul wäre,sondern weil er auf einer der träumerischen Mittwochs-Erdnußschäl-Serien ausSpaß ausgerechnet hat, wieviel Geld er sparen könnte, wenn er aufs Rasierenverzichtete. Klingen, Schaum oder Seife und vor allem das Aftershave kostetenja, über Jahre gesehen, ein Vermögen!&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Dieser Moment markierte einen tiefen Einschnitt in seinemLeben, er gab das Startsignal für die Durchforstung seines Haushaltes nach weiterenEinspar­möglichkeiten.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Herr K. lebt noch bei den Eltern, ist nicht verheiratet undalso kinderlos, freut sich über jeden solcherart gesparten Betrag, als erstesfiel ihm am Abend dieses Mittwochs das Zeitungsabonnement ein, das seine Elternnoch zahlten. Und so freute er sich auch über bloß anteilige Kosten für die Biotonneoder für das Badewasser und die Heizung.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Einen Wagen besitzt Herr K. nicht, die Seufzer der Kollegenüber gestiegene Benzinprise sind ihm folglich fremd, sein Fahrrad tue denselbenDienst, meint er, denn er wohnt nicht weit. Und es ist natürlich ein altesgebrauchtes Fahrrad, in das er immer nur gerade soviel investiert, wie es braucht,um fahrbereit zu sein, etwa so wie man in Autoanzeigen von Unfallwagen liest,die noch „fahrbereit“ seien.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Klingelt das Telefon, nimmt er den alten Apparat hoch,stellt ihn am Drehrad an der Unterseite auf leise und läßt es klingeln.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Es wird schon nicht so schlimm sein, flüstert er vor sichhin. Ich bin doch auch noch gar nicht so recht da, und ich bin sehrbeschäftigt, bin ich, ja, man muß verstehen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-9036697265496032362?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/9036697265496032362/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2006/10/777-endliche-amtsfuhrung-i.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9036697265496032362'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9036697265496032362'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2006/10/777-endliche-amtsfuhrung-i.html' title='777. – Endliche Amtsführung I.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7121422838059301764</id><published>2012-01-26T21:45:00.000-08:00</published><updated>2012-01-30T23:49:56.493-08:00</updated><title type='text'>1170. – Sicherheitsschäkel.</title><content type='html'>Für Haller liegt Rettung in einem solchen Satz:&lt;br /&gt;„Wer die Menschen betrachtet,stirbt vor Kummer.“&lt;br /&gt;Schreibt Peter Handke in der „Morawischen Nacht“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenigstens Entlastung bedeutet die experimentelle Abkehr von der überstrapazierenden Menschenlandschaft – wenigstens auf Zeit – und der Blick kann frei werden, ruhig an ihnen, den Brüllenden, immerzu Verändernden, in Talkshows der Kamera ihre schlechte Haut Zuwendenden vorbeizugehen auf … Wiesen und Berge und Nichttechnisches, Nichtmotorisiertes – auf alle Eindrücke unplugged …&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7121422838059301764?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7121422838059301764/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1170-sicherheitsschakel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7121422838059301764'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7121422838059301764'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1170-sicherheitsschakel.html' title='1170. – Sicherheitsschäkel.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7237880677374452905</id><published>2012-01-26T21:44:00.000-08:00</published><updated>2012-01-27T04:37:34.442-08:00</updated><title type='text'>1169. – Englisch oder durch.</title><content type='html'>Haller, der Junge, beruhigte sich kaum, als ihm aufgegangen war, daß das süßeSchweinchen auf dem Schild über der Metzgerei doch Werbung fürs Schlachten war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Empörend und spitzig diese Einsicht, dieses lapidare Symbol für den Tod eines Lebewesens, das konkret sterben mußte, damit wir es danngenau hier kaufen und dort zu Hause essen könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lange Irritation über die Verniedlichung dieses Sachverhalts, immer lustige Ferkelchen auf Speisekarten oder Lastwagen,lachende Säue, die unser Wohlbehagen sicherstellen sollten, präsentiert in durchtriebener Leugnung dessen, was ihnen bevorstand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die schmunzelnden dicken Metzger auf Tafeln und Hinweisen, hübsch die karierten Schürzen über gewölbten Bäuchen, blinkende Messer fröhlich wetzend. Und das Ferkel nebenan schien irgendwie immer einverstanden zu sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7237880677374452905?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7237880677374452905/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1169-englisch-oder-durch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7237880677374452905'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7237880677374452905'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1169-englisch-oder-durch.html' title='1169. – Englisch oder durch.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-1587782663039882951</id><published>2012-01-26T21:40:00.000-08:00</published><updated>2012-01-27T03:43:11.656-08:00</updated><title type='text'>1168. Leihbrillen.</title><content type='html'>Einen guten Autor erkennt Haller daran, wie es ihn nach der Lektüre – oft sogar während des Lesens – weg drängtvon ihm, um eigene Sachen im Sinne der eben kennengelernten Denkart zu formulieren, und sei es nur probehalber.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1587782663039882951?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1587782663039882951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1168-leihbrillen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1587782663039882951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1587782663039882951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1168-leihbrillen.html' title='1168. Leihbrillen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-468877780015531450</id><published>2012-01-26T20:30:00.000-08:00</published><updated>2012-01-27T03:36:02.776-08:00</updated><title type='text'>1167. – Falschspiel.</title><content type='html'>Ich habe absichtlich Fehler begangen, um mit ihrer Hilfe zu kommunizieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So habe ich denn immer wieder mit dem Schwung der Korrektur den anderen, den Fachmann, einen Zeitgenossen kennengelernt wie sonst kaum; und oft ist es dann dabei geblieben.&lt;br /&gt;Denn der pedantischen Wut, die dabei losbrechen konnte, der unterkühlten Arroganz, die einen zum Frösteln bringen konnte, mochte ich mich nicht aussetzen.&lt;br /&gt;Was wäre, wenn es erst einmal eine gemeinsame Belastung gegeben hätte, wenn schon diese Lappalien solche Wirkung erzielen konnten …&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-468877780015531450?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/468877780015531450/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1167-falschspiel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/468877780015531450'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/468877780015531450'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2012/01/1167-falschspiel.html' title='1167. – Falschspiel.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7013676985971615511</id><published>2011-10-11T21:05:00.000-07:00</published><updated>2011-11-03T23:41:34.318-07:00</updated><title type='text'>1165. – Händchen halten.</title><content type='html'>Das Kind, ich schätze es auf 4 oder 5 Jahre, fährt am Nachmittag im Sonnenschein auf seinem kleinen Fahrrad in der Gartenwirtschaft. Es sind rasante Runden, die es da hinlegt, und es ist schön, seine Freude zu sehen. Immer wieder hält es Ausschau nach den Großeltern, ob sie auch wirklich mitbekommen, wie schnell es sausen kann, in seinem Blick ist gelegentlich die Sorge, ja beinah Argwohn – sehen die mich denn überhaupt noch – und eine wie verschattet wirkende stolze Ich-Gewißheit und Selbstgenügsamkeit – hier zwischen den hinteren Bäumen beim Sandkasten und den vorderen Bänken am Eingang. Ein ums andere Mal dreht es seine manchmal noch etwas unrund laufenden Bahnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Verlaufe seiner Runden kommt es nun rasch auf meinen Platz zugeschossen, ich sitze am Ende einer Bank, einer sogenannten Bierbank, die etwas bejahrt und grau lackiert in die Nähe seines Parcours hineinragt. Wieder blickt sich der Junge, ziemlich verdreht im Sattel hockend, nach den Großeltern um, in intensivem Blickkontakt befangen und, wie mir scheint, um Anerkennung bittend, dabei aber mit seinem Lenker schlenkernd und eiernd, wenngleich immer geschwinde korrigierend, sobald er den Kopf wieder nach vorne genommen hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wieder schaut er sich um, wieder schlackert er mit dem Lenker, und auf einmal &lt;i&gt;spüre&lt;/i&gt; ich den Kollisionskurs, den er unweigerlich auf die Ecke meines Tisches nehmen muß, einer Tischplatte, deren Kante ziemlich genau die Höhe der Stirne des Kindes aufweist, und – ich weiß nicht, woher und wie – mit einer leichten, aber sehr raschen (dem alten Handballtorwart in mir geschuldeten?) Bewegung bedecke ich die Ecke des Tisches mit meiner Hand, und weich zieht der Schädel, mich reibungswärmend und über meinen Handrücken streichend, vorbei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich wieder klarer bei Verstand bin, ich mich beruhigt habe, weiß ich, daß das Kind sich schwer an der Schläfe verletzt hätte, weil es unter seinem nicht angeschnallten Helm, die Bänder baumeln pendelnd, genau dort aufgetroffen.&lt;br /&gt;Wie es weiter rollt, spüre ich: nicht ich habe etwas getan, „es“ hat reagiert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7013676985971615511?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7013676985971615511/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/10/1165-handchen-halten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7013676985971615511'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7013676985971615511'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/10/1165-handchen-halten.html' title='1165. – Händchen halten.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3838625453367995911</id><published>2011-10-11T20:59:00.000-07:00</published><updated>2011-10-12T06:05:38.177-07:00</updated><title type='text'>1164. – Nachbarschaftshilfe.</title><content type='html'>Wir sind nur solange interessant, als wir nützlich sind.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3838625453367995911?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3838625453367995911/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/10/1164-nachbarschaftshilfe.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3838625453367995911'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3838625453367995911'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/10/1164-nachbarschaftshilfe.html' title='1164. – Nachbarschaftshilfe.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2300091926673956415</id><published>2011-10-11T20:58:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T06:43:08.809-08:00</updated><title type='text'>1163. – Hilflose Sinophilie.</title><content type='html'>In meinen Dank an die chinesischen Freunde fließt immer auch die Bitte ein um Entschuldigung für all die Dinge, die mein Land ihrem zugefügt hat. &lt;br /&gt;Der Respekt, die Bewunderung für die chinesische Leistung nicht allein der letzten drei Jahrzehnte nach der Öffnung gelingt mir nur vorm Hintergrund der Dekonstruktion eigener moralischer Werte, deren europäische Genese ihren, global betrachtet, provinziellen Geltungsbereich hat, aber universalistisch auftritt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Universalität der Menschenrechte ist nicht fraglich; aber die alltagspraktische Ausformung, mit der ihnen Raum verschafft wird, ist für uns nicht anders denkbar, als sie eben in Europa, wo sie spät genug, und hier in Deutschland sogar nur mit der amerikanischen Nachhilfe im Anschluß an den Zweiten Weltkrieg, Wirklichkeit geworden ist und praktiziert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Für kleine und kleinste Gemeinschaften gedacht – die griechische Polis umfaßte zum Zeitpunkt der bedeutenden Theoriebildung gerade mal vierzehntausend Menschen! – und mit den Begriffen von Individualität, Hedonismus, Glücksversprechen aufgeladen, wie sie besonders das philosophische 18. Jahrhundert forciert hat, sind sie kaum geeignet, in der Lebenswirklichkeit durchgesetzt zu werden für so gewaltige Menschenmassen in solch riesigen Reichen, deren Daseinsorganisation gröber, härter, „hobelnder“, weniger individualisierend ablaufen muß allein wegen ihrer Größe.&lt;br /&gt;Das wird hier in einem platten und immer grobschlächtig geführten „Menschenrechtsdialog“ nicht verstanden …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die schlimme Arroganz des Westens gegenüber dem Reich der Mitte, die nur beim Aufflackern ökonomisch interessanter Perspektiven unterbrochen wurde, gehört mit zu den Gründen für die Rückständigkeit der Entwicklung in dem Riesenreich. Häme und Schadenfreude gegenüber chinesischen Fehlern, Versäumnissen und Rückschlägen korrelieren der verbreiteten Unkenntnis, in der hierzulande dem bald bedeutendsten Industrieland begegnet wird (Unkenntnis, die übrigens schon vom preußischen Oberphilosophen, dem Professor der Professoren, Georg W. F. Hegel, in erstaunlicher Schlichtheit vorexerziert wurde).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2300091926673956415?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2300091926673956415/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/10/1163-hilflose-sinophilie.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2300091926673956415'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2300091926673956415'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/10/1163-hilflose-sinophilie.html' title='1163. – Hilflose Sinophilie.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5205165056876406305</id><published>2011-08-22T23:00:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T06:28:12.746-08:00</updated><title type='text'>1162. – Gaudeamus …</title><content type='html'>Wo sitzt eigentlich der Hebel, der umgelegt wird, wenn sie das Haus verlassen und sich fortan nur &lt;i&gt;in Gruppen&lt;/i&gt; bewegen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sind das für eingebaute Autoritäten, denen es gelingt, alles außer Kraft zu setzen, was wir vorfinden, wenn wir es mit den Individuen allein zu tun haben und sie uns verständig, aufmerksam, mit klarem Blick und interessiert erscheinen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo sitzt die Annullierungsschaltstelle all dieses Ruhigen, Besonnenen, sehr wohl Jugendlichen, dessen temperamentvolle, lebensbejahende und fröhliche Erscheinung ja außerhalb jeder Kritik steht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist dieser Abblendvorgang, der alles hinunter fährt, was man zum normalen Tun (und Lassen) braucht, Indikator gesunder Pathologie oder pathischer Gesundheit?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Gruppe es schafft, Toleranz und Bedächtigkeit auszuschalten zugunsten eines Lacherfolgs, zugunsten der Anerkennung von eben diesen retardierten Gruppenmitgliedern, die sich untereinander einzeln eher als Arschlöcher und Idioten sehen würden, aber sich brauchen als Claquere und Bestätigungsinstanzen, in Wahrheit wackelige kleine Ich-Kaiser (Peter Handke) sind, deren extreme Ausformungen in die Sucht und in die Gewalt gehen, können dann noch aufs Individuum zielende Beeinflussungsversuche Erfolg haben?&lt;br /&gt;Ich fürchte, diese Bemühungen verpuffen mit dem Schritt über die Schwelle zum Gruppenraum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß wir ein Wir sind, hebt mich auf. Das erhöht mich, macht mich stark, und wir sind dann alle für einen Moment auch richtig stark, wenn nur alle einzelnen kleinen Ichs sich so erhoben sehen. Da überlebt keine Parkbank, keine Laterne, kein Blumenkübel, und wenn es so weiter geht, bald auch kein protestierender Nachbar, dem es zu laut wurde.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5205165056876406305?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5205165056876406305/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1162-gaudeamus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5205165056876406305'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5205165056876406305'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1162-gaudeamus.html' title='1162. – Gaudeamus …'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-1169105545441107918</id><published>2011-08-10T21:10:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T06:23:28.525-08:00</updated><title type='text'>1161. – Renaturat.</title><content type='html'>Immer wieder will Haller üben, die Landschaft leer – menschenlos – zu sehen, außerhalb alles Bearbeiteten durch die Zweibeinerwelt (so wenig er sich die umgebende Kulturlandschaft als Wildnis vorstellen kann). Aber für ihn ist’s, als erschlösse sich ihm Gegend, offener Raum, Landschaft überhaupt nur jenseits der – zumindest offenkundigen – Menschenspuren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nämlich, so Haller, sei nicht vieles einfach nur deshalb deformiert, weil wir die Finger daran gehabt hätten. Zur Probe, so er, solle man in die freigegebenen, Jahrzehnte lang in militärischer Unzugänglichkeit gehaltenen Areale gehen – auf einmal wisse man wieder, was das sei – Landschaft, Wiese, urwüchsiger Wald … Es sei, als wolle das Grün von Bäumen, die Dichte der Büsche, die Zahl der Schmetterlinge uns zeigen – ja, wenn man uns nur ließe. Und doch: trotz der unzähligen Spuren von menschlichen Eingriffen in die uns umgebende Natur – vielleicht wäre sie gar nicht schön, wenn wir nicht darin bauten. Weil unser Stilideal der Park sei?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er rede keiner romantisierenden rückwärtsgewandten Vorstellung von schöner Verwilderung das Wort – schließlich seien Wiesen und Felder schön trotz ihrer Nützlichkeit … nur wer als Wanderer all die Details der Kabeltunnel, Abwasserrohre, Auffangbecken, Stützmauern und Schaltkästen sehe, all die Nutzwege, Sammelplätze, Abtragungen, Kanalisierungen von Bächen und die Verrohrungen all der Gewässer – die dicht gestreuten Nachweise technischen, menschlichen Werkelns noch in entlegenster, aber Erdgasleitung führender Beinahe-Wildnis, die Herrichtung einer Gegend fürs Funktionieren von Wirtschaft, Verkehr, Tourismus, die Hochwasserprophylaxe – ja ja, ihm, Haller, sei völlig klar, daß er überhaupt nur schauen könne, weil Wege ihn dorthin führte – frage sich doch, was wäre, wenn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1169105545441107918?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1169105545441107918/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1161-renaturat.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1169105545441107918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1169105545441107918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1161-renaturat.html' title='1161. – Renaturat.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-193146524736849948</id><published>2011-08-10T21:08:00.000-07:00</published><updated>2011-08-12T02:45:17.530-07:00</updated><title type='text'>1160. – Trostpflaster.</title><content type='html'>Bewunderung fußt auf der Zuschreibung von Totalität – als beherrschte der Könner jedes andere Gebiet so souverän wie seine Spezialdisziplin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber alle extreme Leistung bedeutet Beschränkung, Auswahl, Konzentration auf dieses eine (Fach-)Gebiet. Sie wird sogar erkauft mit dem Ausblenden, Negieren, ja Versagen woanders. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedem Überschuss korreliert ein Mangel. Daran soll denken, wer sich vorzeitig klein fühlt. Er &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt; auf einem Feld ein Meister.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-193146524736849948?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/193146524736849948/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1160-trostpflaster.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/193146524736849948'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/193146524736849948'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1160-trostpflaster.html' title='1160. – Trostpflaster.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5519949791211648331</id><published>2011-08-10T21:06:00.000-07:00</published><updated>2011-08-12T02:41:20.536-07:00</updated><title type='text'>1159. – Exzenterschleifer.</title><content type='html'>Es sind die starken, positiven Lehrerinnen, die sich bei der teilnehmenden Beobachtung der Trauer ihrer verlorenen Schüler Gewissheit von einem exotischen Beruf verschaffen, es sind die jungen schönen Ärztinnen, die dank der attraktiven Krankheiten ihrer Patienten gesund bleiben oder genesen können, und es sind die blauäugigen Großkinder-Chefs, die aus den unhörbaren Seufzern abgelegen postierter, angeknackster Mitarbeiter ihre sinnstiftenden Energien beziehen … Hallers Biographie ist eine Stafette durch die gesellschaftlichen Krankenlager erfolgreicher Organisationen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5519949791211648331?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5519949791211648331/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1159-exzenterschleifer.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5519949791211648331'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5519949791211648331'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1159-exzenterschleifer.html' title='1159. – Exzenterschleifer.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4628191946907280904</id><published>2011-08-10T21:04:00.000-07:00</published><updated>2011-08-12T02:37:34.284-07:00</updated><title type='text'>1158. – ≤ 80 cm.</title><content type='html'>Das Berufsleben ist deshalb so anstrengend (und so „erfolgreich“), weil es auf der Legitimation eines seriellen Bruchs der Intimsphäre beruht.&lt;br /&gt;Die sprachlichen Verkrüppelungen, die habituellen Karikaturen, die bilderreichen, Wortwahl, Kleidung oder Attitüde gewordenen Zitate der – beinah hätte er gesagt: gleichgeschalteten Medienteilhabe – alle dort so verübten Verletzungen gehen straffrei aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Haller ist die berufsübliche Distanzlosigkeit, die sich ganz elegant als Menschenführung, Durchsetzungsstärke oder Teamgedanke zu tarnen versteht – Qual.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4628191946907280904?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4628191946907280904/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1158-80-cm.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4628191946907280904'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4628191946907280904'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1158-80-cm.html' title='1158. – ≤ 80 cm.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-686822530339568158</id><published>2011-08-10T21:02:00.000-07:00</published><updated>2011-08-12T02:33:25.241-07:00</updated><title type='text'>1157. – Sehr ungleich geht’s auf Erden zu: ich heut’, der gestern, morgen du!</title><content type='html'>Die geflügelten Worte, Bauernregeln etc. als Exempel dafür, systemtheoretisch formuliert, Komplexität zu reduzieren. Dabei wird die Sache nicht einmal berührt, sondern die Tatsache des geäußerten Satzes im Zusammenhang der Situation (Hitze, Suff, Todesfall, Betrug, Liebessachen) reicht als Nachweis sprachlicher Bewältigung nichtsprach­licher Phänomene, Forderungen etc. aus. Es geht auch da wieder allein um die Beherrschung einer aktuellen Gesprächssituation, die irgendwie zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden soll. Die Reduktion besteht dann in der Beseitigung eines kommunikativen Mangels. Hat man sich erst einmal sprachlich beholfen mit den alten Weisheitssprüchen und Bonmots aus Volkes Mund, ist die Sache schon nicht mehr so heiß. Ist es die Einbettung des im Augenblick noch als unabsehbar empfundenen Geschehens in die Gewißheit, daß es das alles längst schon vor mir gab, und auch andere aus dem Loch wieder herauskamen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller hörte als Kind so genau hin, daß er den Spalt zwischen Sprecher und imaginierter Notlage sehen, weiten und sich in dem so entstandenen Loch tummeln konnte, indem er sich fragte, was wäre, wenn das stimmte, was der Spruch versprach?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-686822530339568158?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/686822530339568158/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1157-sehr-ungleich-gehts-auf-erden-zu.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/686822530339568158'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/686822530339568158'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1157-sehr-ungleich-gehts-auf-erden-zu.html' title='1157. – Sehr ungleich geht’s auf Erden zu: ich heut’, der gestern, morgen du!'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-6570117794268012552</id><published>2011-08-10T21:00:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T06:06:27.074-08:00</updated><title type='text'>1156. – Mutprobe.</title><content type='html'>Der alternde Raucher, grau, mit wallendem langen Haar, in einem schwarzroten Trainingsanzug, zeigt mir ein hartes, vom Leben gezeichnetes, ernstes, verschlossenes Gesicht, eine offensive, und doch sich abwendende Körperhaltung, als wolle er jeder möglichen Nähe zuvor­kommen. Dabei wirkt er wie präpariert, aufgebaut, gründlich vorbereitet, nur um hier im Industriegebiet – seinen kleinen Rehpinscher spazierenzuführen.&lt;br /&gt;Jeden Mittag, und immer in diesem Trainingsanzug. Mit großem Ernst wirft er wieder und wieder das Stöckchen, das der kleine Hund eifrig und folgsam apportiert – gelegentlich irritiert in seiner beflissenen Bewegung durch mein Erscheinen, das er mit Bellen – was heißt Bellen, es ist ein Kastratengekreisch aus zu enger Kehle – zu kommentieren versucht, um aber nach strengem Verweis seines Herrn gleich zu schweigen.&lt;br /&gt;Die Sorgfalt ihrer beider Zusammenspiel erinnert an ernsthafte Arbeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann, einmal, kann ich einen Blick in seine Augen werfen, und darin ist nichts von Aggression.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-6570117794268012552?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/6570117794268012552/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1156-mutprobe.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6570117794268012552'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6570117794268012552'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/08/1156-mutprobe.html' title='1156. – Mutprobe.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-500689433348255858</id><published>2011-07-30T23:54:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T02:59:31.226-08:00</updated><title type='text'>1155. – Weiße noch?</title><content type='html'>Klassentreffen sind traurige Versuche, sich mit der Vergangenheit zu versöhnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch für Haller ist es gar nicht erheiternd, den Organisator, der zu Schulzeiten ein exzellenter Schüler und ein speichelleckender Streber war, in seinem albernen Narzißmus wiederzusehen. Dessen betuliche Kameraderie war so falsch wie sein heutiges Understatement, mit dem er die sogenannte Bilderbuchkarriere kokett zu verstecken sucht unter einem verlogenen Wir. Die unpersönlichen, von „seinem Büro“ expedierten Einladungen waren ihm schon ein Graus, und das fette Mecker-Lachen all der selbstgewissen, erfolgreichen Ärzte, Journalisten, Ingenieure und Werbefachleute, deren juvenile Vorformen schon vor Jahrzehnten Haller viel Toleranz abforderten, wird nicht erträglicher, weil man sich in einem ersten Haus am Platze trifft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sind Zeitgenossen wie die, denen er auch jetzt aus dem Wege geht, wann immer das möglich ist. Interessant ist für Haller auch nicht, wie sie das wurden, was sie nun sind, wenn das Resultat so aussieht. Wenn es so klingt, so selbstgefällig, und so völlig unironisch und ungebrochen und irritationslos in guter deutscher Gesundheit daherkommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei teilt Haller das populäre Vorurteil über Klassentreffen als ein angeblich einziger Akt von Renommage – mein Haus, mein Auto, mein Boot, alle Zweitfrauen etc. – gar nicht. Die Unwahrheit liegt darin, daß dem alten Kontakt auf die Beine geholfen werden mußte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was treibt die Organisatoren solcher Versammlungen an, frage er, Haller? Sei es der Versuch, sich einzureden, daß das Leben die ehemalige Gruppe zu Unrecht zerstreut habe? Und es nun lediglich eines kleinen organisatorischen Anstoßes bedarf, um festzustellen, was für eine verschworene Gemeinschaft sie doch alle einst gewesen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Garamond;"&gt;‚&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;style&gt;&lt;!-- /* Font Definitions */@font-face {font-family:"Times New Roman"; panose-1:0 2 2 6 3 5 4 5 2 3; mso-font-charset:0; mso-generic-font-family:auto; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:50331648 0 0 0 1 0;}@font-face {font-family:Garamond; panose-1:0 2 2 4 4 3 3 1 1 8; mso-font-charset:0; mso-generic-font-family:auto; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:50331648 0 0 0 1 0;}@font-face {font-family:"MS Mincho"; mso-font-alt:"ＭＳ 明朝"; mso-font-charset:128; mso-generic-font-family:modern; mso-font-pitch:fixed; mso-font-signature:-1610612033 1757936891 16 0 131231 0;} /* Style Definitions */p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-parent:""; margin:0cm; margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:none; punctuation-wrap:simple; font-size:10.0pt; font-family:Garamond; mso-font-kerning:.5pt; mso-fareast-language:AR-SA;}table.MsoNormalTable {mso-style-parent:""; font-size:10.0pt; font-family:"Times New Roman";}@page Section1 {size:612.0pt 792.0pt; margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; mso-header-margin:36.0pt; mso-footer-margin:36.0pt; mso-paper-source:0;}div.Section1 {page:Section1;}--&gt;&lt;/style&gt;Das Leben&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Garamond;"&gt;‘&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;“, so Haller, „hat Recht daran getan, uns zu zerstreuen. Daß wir uns nie mehr sahen, uns aus den Augen verloren, ist richtig. Die Korrektur, die einem Bedürfnis entsprungen wäre, hätte jederzeit stattfinden können. Die sich etwas zu sagen hatten, verloren sich nie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein weltenweiter Abstand zu ihnen als Kind ist immer noch derselbe – wie  nun als &lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Garamond;"&gt;‚&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;reifer Mann&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Garamond;"&gt;‘&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;“.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-500689433348255858?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/500689433348255858/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1155-weie-noch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/500689433348255858'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/500689433348255858'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1155-weie-noch.html' title='1155. – Weiße noch?'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4430627555169663713</id><published>2011-07-30T23:10:00.000-07:00</published><updated>2011-08-01T23:14:57.986-07:00</updated><title type='text'>1154. – Du ahnst es nicht!</title><content type='html'>Das falsche Duzen mit seinem falschen summarischen Adressieren. Geschichten, in denen ein imaginierter Anderer angesprochen, ein „man“ gemeint ist, aber die Kommunikation mich auf einmal hineinzieht in eine unangenehme Nähe: „Da kannst du für 50 Mark essen und schlafen …!“. &lt;br /&gt;Ich duze mich aber gar nicht mit dem eifrigen Berichterstatter und zucke zusammen bei seinem distanzlosen, auf einmal mich wie wirklich ansprechenden Du. Ich bin so überrascht, daß ich seine noch so tolle Geschichte gar nicht mitkriege, weil meine Empörung längst mein Hirn vernebelt hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4430627555169663713?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4430627555169663713/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1154-du-ahnst-es-nicht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4430627555169663713'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4430627555169663713'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1154-du-ahnst-es-nicht.html' title='1154. – Du ahnst es nicht!'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-9181090299340061951</id><published>2011-07-30T23:05:00.000-07:00</published><updated>2011-08-01T23:08:32.740-07:00</updated><title type='text'>1153. – Wachstumsschub.</title><content type='html'>Haller muß alle Erfahrung noch einmal machen, d. h. &lt;i&gt;Haller &lt;/i&gt;muß sie machen. Bis dahin hat er bloß Worte, um davon zu sprechen, was andere erfahren haben. Diese Anmaßung – gegründet auf eine Blase aus Angst, als die er sich sieht, hohl, bedeckt mit einer Erd- oder Gipsschicht – herumdrapiert um einen dünnen Ball, den man zersticht, wenn die bedeckende Oberfläche ausgehärtet ist, diese Anmaßung verlangt – dann, nach dem Zusammenbruch, nach der Neutralisierung der behaupteten Erfahrung, nach dem Eingeständnis der Usurpation fremder Kenntnis – einen Neuanfang.&lt;br /&gt;Der sollte dann so gründlich sein wie die erneute, noch genauere Wort-für-Wort-Lektüre eines kanonischen Textes.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-9181090299340061951?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/9181090299340061951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1153-wachstumsschub.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9181090299340061951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9181090299340061951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1153-wachstumsschub.html' title='1153. – Wachstumsschub.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5524068128963422584</id><published>2011-07-27T20:08:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T02:16:48.601-08:00</updated><title type='text'>1152. – Baráti üdvözlettel!*</title><content type='html'>Wo wäre nach der Lektüre der Autoren einer literarisch besonders aktiven Sprach-Gemein­schaft noch eine Chance für Vorurteile? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szusza Bank, Péter Nádas, Sándor Màrai, Antal Szerb oder Imre Kertész, zu frühen studentischen Zeiten waren natürlich Georg Lukács und György Dálos und György Konrád Pflicht – haben mir auf immer die Möglichkeit genommen, etwas gegen Ungarn zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dafür danke ich ihnen sehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Vorbereitet natürlich wurde so etwas bei mir, daß sich Deutschland, als ich zu lesen anfing, in einer literarischen und politischen Verfassung präsentierte, welche den Blick zwangsläufig über die Grenzen lenken mußte. So ließe sich, in meinem Fall, dann gleich auch das dänische, das irische, das kroatische, das niederländische, das polnische, das böhmische Beispiel beigesellen. Ganz anders wiederum im Fall der Schweiz. Durch sie alle aber habe ich viel über meine Herkunft erfahren.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;* Ungar.: Freundliche Grüße&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5524068128963422584?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5524068128963422584/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/wo-ware-nach-der-lekture-der-autoren.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5524068128963422584'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5524068128963422584'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/wo-ware-nach-der-lekture-der-autoren.html' title='1152. – Baráti üdvözlettel!*'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8568612964015295454</id><published>2011-07-27T20:07:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T02:11:02.766-08:00</updated><title type='text'>1151. – „Unterm Pflaster …“.</title><content type='html'>Wir sind kein Kontinuum, wir sind serielle Situation“, sagt Haller.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was wir Person nennen, ist statistisches Mittel aus Variationen. Wir werden nicht nur zellulär immer wieder neu konstituiert, wir bauen uns auch sonst selbst stets aufs neu, und zwar notwendig. Wenn wir uns dumm stellen können, dann können wir uns auch schlau stellen – oder kräftig oder ausdauernd oder wach oder interessiert oder müde.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So Haller.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Darum sind die Feststellung von Konstanz und die Forderung nach Dauer Unsinn. Wer stets gleichbleibende Bau-, Mach-, Denkart von mir verlangt,“ so Haller,&amp;nbsp;„der versteht diesen notwendigen Wechsel nicht, diese freiwillige Metamorphose. Die Forderung nach Gleichmaß ist in Wahrheit die nach Konstanz, nach Berechenbarkeit, nach Gefügigkeit, nach politischem Stillstand.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die wahre Forderung gilt der Fortentwicklung, sie meint nicht das der Erfahrung verpflichtete Eingeständnis, da einer zugibt, so habe er früher auch einmal gedacht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8568612964015295454?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8568612964015295454/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1151-unterm-pflaster.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8568612964015295454'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8568612964015295454'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1151-unterm-pflaster.html' title='1151. – „Unterm Pflaster …“.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-1251260233972440448</id><published>2011-07-27T20:06:00.001-07:00</published><updated>2012-01-18T02:11:06.098-08:00</updated><title type='text'>1150. – Beim Pietcong.</title><content type='html'>Zu Ehren der Musikkritikerin, deren Bücher nach ihrem Tod als Krempel, als Altpapier im Regen vor ihrem Hause in häßlichen Kartons aufweichten, nahm Haller stellvertretend ein paar Bände der Plejaden mit, als könne er mit dieser hilflosen, linkischen Geste dem wie verschrottet wirkenden Leben noch ein wenig Respekt erweisen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1251260233972440448?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1251260233972440448/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1150-beim-pietcong.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1251260233972440448'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1251260233972440448'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1150-beim-pietcong.html' title='1150. – Beim Pietcong.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3166279781228232791</id><published>2011-07-27T20:05:00.000-07:00</published><updated>2012-01-18T02:08:32.742-08:00</updated><title type='text'>1149. – Die Welt ist Klang?</title><content type='html'>„Die Wahrheit eines Menschen liegt in den Geräuschen, die er hervorruft.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller liebt die Provokation solcher Thesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;(Wie oft höre er weit mehr als nur die zum Ausführen einer Tätigkeit notwendigen Geräusche! Er spüre eher, als daß er höre, eine mitlaufende zweite Tonspur; sie sei oft der bedeutsamere Unterstrom; manchmal demonstriere dieser zusätzliche Sound die Binnendeutung des Geschehens für den Handelnden; mal sei es die plakative, erst in der Öffentlichkeit sich zeigende der Repräsentanz: etwa die Fremdheit des Tuns, Verstelltheit, ängstliche Bemühung, ja nicht aufzufallen, alle Aufgaben glatt zu bewältigen, niemandem Anlaß zur Kritik zu liefern. Oder aber die druntengehaltene Wut breche sich klappernde Bahn, und man höre nicht das Einräumen einer Spülmaschine, den Aufbau eines Marktzeltes oder die Aufschichtung der Baumaterialien, sondern die Einstellung des Akteurs zu seinem Tun: seinen Frust, seine Ungeduld, seinen Haß.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Er, Haller, sehe das leicht am Gegenbild: bei jenen, die gerne in ihrem Körper unterwegs seien. Deren Gehgeräusche und Schritte kein Vorwärtsfallen, kein platschendes, klatschendes Fußschleudern zeige; kein krummrückrig-verdrehtes Von-unten-Heraufgeschiele mit schräggelegtem, wie lauerndem Kopf – all den Attributen verhinderter harmonischer Bewegung; ohne kraftmeierndes Schulternschieben, nicht notdürftig überklappert von korrelie­ren­den harten Stiefelabsätzen. Vielmehr jene, deren folgerichtige Ruhe mitten im Geräusch zu spüren sei. Die mit einer unaufgeregten, sanften Glätte in der Klangfolge demonstrierten, daß sie gerne bei der Sache seien. Als flösse die Freude am Tun in eine zwar nicht unbedingt leisere, aber sozusagen sachlichere Lautstärke – allein durch die Rundheit der Bewegungen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Man solle sich im Vergleich dazu nur einmal die Verächtlichkeit der Bewegungen anschauen, mit denen Metallwerker ihre Eisen zum Gerüstbau herumschleuderten etc. etc.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Für ihn, so Haller, sei es das offenkundige Unglück ihrer Art, in der Welt zu sein – am Klang erkenne er, daß die Formen ihrer akustischen Erscheinung fremdbestimmt seien. Vieles wirke wie abgeguckt, geliehen, ohne eigene Melodie und ohne eigenen, emotional aufgeschlossenen, wirklichen Klang – etwa so, wie man es bei der Untersuchung der Männersprache herausgefunden habe, deren objektivistisches Getue die Bitte um desto größere Zuwendung, die maßlosen Forderungen nach Verwöhntwerden nur notdürftig verdecke …)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Wie dort sehe er, daß nichts preisgegeben, wie überhaupt nichts erzählt werden solle (und falls doch, dann in kollektiven Formen, deren Wir ein scheinbar subjektives einer individuellen Erfahrung vorgebe). Statements würden ausgetauscht, die so oder so ähnlich auch in der Zeitung stehen könnten, auch Vorgesetzten oder Untergebenen gegenüber so formuliert werden könnten; Form, Intensität und Funktion der Äußerungen stünden von vorneherein fest. Gefühlsbeteiligung werde geleugnet, allenfalls ironisiert, ein deutendes, erfahrungsbereichertes, berührtes Inneres werde nicht gezeigt, nicht erkennbar gemacht, bliebe verschattet im unteren Nebel von Standardsätzen, die für solche Situationen bereitstünden. Er spüre, wie die feste Einheit, als die sie das Gespräch begonnen hätten, am Ende unverändert hinausgehe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Ja, aber, entgegne ich – was wäre, wenn das richtig wäre? Was wäre, wenn du mit deiner These völlig danebenlägest? Was wäre, wenn du mit der Kritik dieser männlichen Sprecher, jener also, denen Robert Walser einst mit Stolz und mit rührendster Demut zugleich riet (er wandte sich einst an Hugo von Hofmannsthal), doch einmal nur die Tatsache ihrer Berühmtheit zu vergessen und zurückzukehren zu den einfachen Verhältnissen, der unteren Luft, der Gegend, in der er – Robert Walser – allein glaubte atmen zu können – was wäre, wenn du damit in völligem Irrtum begriffen wärest? Was, wenn dein Maßstab so falsch wäre, wie mein Beispiel historisch? Und daß es überhaupt nicht darauf ankäme, ob in einem Gespräch so etwas wie ein fester Kern, eine innere unbezweifelbare Instanz eines Ichs angesprochen würde. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Womöglich ist deine Art, Erregung zu fordern, Engagement, Beteiligung, Gefühlsaufwallung, nur der platte Wunsch nach Sichtbarkeit (von etwas uns verborgen Bleibendem)? Vielleicht gibt es gar keinen Grund anzunehmen, daß es darauf ankäme. Vielleicht entspringen diese Überlegungen allein deinen naiven Wünschen, die die Wirklichkeit nicht anerkennen, daß nämlich Gespräch gar nicht abbildet, wie Menschen miteinander kommunizieren.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Vielleicht geschieht vorbei am Sprechen ein viel wesentlicherer untergründiger Austausch, der mal als hin und her wandernde Energie, mal als wankelmütige Machtbalance oder mal als Lauern auf die Chancen zur Erlangung der Führungsposition viel besser erfaßt würde. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Was wäre, sage ich zu Haller, wenn wir mit dem Sprechen her­aus­träten aus dieser tatsächlichen Verständigung – so wie Raucher auf die Straße treten vors Nichtraucherlokal, um hier draußen rauchend sofort ein ganz anderes Gespräch zu eröffnen, Wortwahl und Gedankenrichtung unbelastet vom eben noch auszuhaltenden süchtigen Mangel im Gebäude? Wer weiß das denn?)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3166279781228232791?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3166279781228232791/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1149-die-welt-ist-klang.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3166279781228232791'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3166279781228232791'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1149-die-welt-ist-klang.html' title='1149. – Die Welt ist Klang?'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4624008847742677088</id><published>2011-07-24T20:04:00.000-07:00</published><updated>2011-07-25T05:10:43.900-07:00</updated><title type='text'>1148. – R.I.P.</title><content type='html'>Er sei für einheitliche Größen von Todesanzeigen. Die halben oder ganzen Seiten, die das Ableben von wichtigen Menschen publizieren, seien obszön, wenn daneben die flachen zweispaltigen Kästchen den Tod von angeblich weniger wichtigen vermeldeten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4624008847742677088?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4624008847742677088/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1148-rip.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4624008847742677088'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4624008847742677088'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1148-rip.html' title='1148. – R.I.P.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3448693954336151436</id><published>2011-07-24T20:02:00.000-07:00</published><updated>2011-07-25T05:08:10.528-07:00</updated><title type='text'>1147. – Vita nostra brevis est?</title><content type='html'>Haller findet, daß das Leben zu lang sei für die Intensität, mit der man es sich – hierzulande arbeitend – als pure Funktion eines nützlichen Armes (oder Kopfes) kleinmache.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3448693954336151436?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3448693954336151436/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1147-vita-nostra-brevis-est.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3448693954336151436'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3448693954336151436'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1147-vita-nostra-brevis-est.html' title='1147. – Vita nostra brevis est?'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7292895483840001151</id><published>2011-07-24T20:00:00.000-07:00</published><updated>2011-07-25T02:56:18.719-07:00</updated><title type='text'>1146. – Des hend mr scho gschpart.</title><content type='html'>Zur rechtzeitigen Einstimmung der Reisenden an den deutschen Grenzen schlägt Haller vor, gut lesbare Schriftzüge auf breiten Spannbändern über den Autobahnen zu installieren: „Warum freundlich, wenn’s auch mürrisch geht.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7292895483840001151?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7292895483840001151/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1146-des-hend-mr-scho-gschpart.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7292895483840001151'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7292895483840001151'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1146-des-hend-mr-scho-gschpart.html' title='1146. – Des hend mr scho gschpart.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5134358062998272164</id><published>2011-07-20T22:08:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T01:45:47.387-08:00</updated><title type='text'>1145. – … stehend’ Wasser stinkt.</title><content type='html'>Das Leben in der Provinz als Kasernierung entlang den Sprüchen: Die kollektive Lebenserfahrung hält für jeden Augenblick, und für jeden bedeutenden Augenblick im Leben der rural gebundenen Zeitgenossen gleich mehrere Phrasen, Sprichwörter und Bauernweisheiten parat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus der Halbdistanz wirken die Dörfler wie lebendiges Belegmaterial für dieses sprachliche Passepartout, dessen generelle Eignung alle individuelle Erfahrung hygienisch erledigt. Mehr noch: Sie sind bereits so festgehakt in den wahrnehmenden Köpfen, daß sie die Erlebnisdimension des Kommenden vorab geradezu definieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das noch nicht Eingetretene wird es kaum wagen, sich außerhalb dieser historisch ermittelten sprachlich fixierten Erregungszustände, Bedeutungsdimensionen und Interprationsspielräume breitzumachen. Es muss sich bewegen innerhalb einer Resultatsicherheit, die rückkoppelnd den Bestand an hoheitlicher, zweifelsfreier Deutung durch die Spruchweisheit weiter festigt. Das fertige Ereignis, beschnitten, kompakt, das Gegenteil von allem Neuen, demonstriert bescheiden, wie sehr es geeignet ist für die weitere Ausformung des Phrasenbestands.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Will sich aber individuelles Erleben partout doch jenseits dieser Grenzen tummeln, so droht die Einschüchterungsmaschinerie mit eben diesen Vokabeln. Denn die Sicherheit der schlichten Spruchanwendung fußt auf der Ausnahmslosigkeit der Lebenspraxis, es gibt da keine Abweichung – Abweichung hieße Scheitern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die angeblich intakte Kommunikationsgemeinschaft Dorf ist noch wesentlich die Wir-Identität stiftende Abgrenzungs-Folklore gegenüber allem Fremden – sprachlich, textil, habituell …&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5134358062998272164?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5134358062998272164/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1144-stehend-wasser-stinkt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5134358062998272164'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5134358062998272164'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1144-stehend-wasser-stinkt.html' title='1145. – … stehend’ Wasser stinkt.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-9147556367970603070</id><published>2011-07-20T22:06:00.000-07:00</published><updated>2011-07-27T00:20:54.249-07:00</updated><title type='text'>1144. – An Büchertischen.</title><content type='html'>Was ist das bloß in diesen Räumen? Es sind doch gut gestaltete Verkaufsflächen, klare Informations-Wege, und rasche Orientierung gelingt jedem. Das Warenangebot ist ausgezeichnet, kenntnisreich zusammengestellt, alles ist sauber und gediegen, fein. Es ist leise, und man hat, selten genug, den angenehmen Eindruck, sich in einer sehr kultivierten Umgebung aufzuhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist aber etwas wie Stimmung, Luft, Atmosphäre, Chi, die alles verderben. Am liebsten möchte ich auf dem Absatz kehrt machen, will mich erst gar nicht auf einen solchen belasteten, unerquicklichen Raum einlassen. Sogleich in Beschlag genommen, weiß ich kaum mehr, was ich eigentlich haben wollte, irgend etwas Unbedingtes fordert unabweisbar Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat es etwas zu tun mit ungelösten Konflikten unter den dort Arbeitenden? Mit schlechter wirtschaftlicher Verfassung des Unternehmens? Mir weht da eine Bedürftigkeit entgegen, mehr noch – ein Eifer, eine Gier nach Dienstbarkeit und Umsatz, nach Abwechslung und „Leben“ – von solcher Heftigkeit, daß ich zurückschrecke vor der Verantwortung, mit meinem popeligen Kauf den ganzen Laden retten zu müssen.&lt;br /&gt;Und gibt es da nicht einen kaum im Zaum zu haltenden, schlecht verhohlenen Missionseifer, den ich entfache, weil ich mich fürs Falsche interessiere? Oder bin ich Objekt einer richtungslos gewesenen, unterforderten Zuwendung, deren Wucht und Ernst anwachsen konnten ins Unglaubwürdige, Übertriebene, die mir nun den Einkauf mit einer metaphysischen Dimension beschweren, daß mir schwindlig werden will?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein beinahe greifbarer schwüler Hauch, ein Klima wie aus Abluft von Depression, eine Ausdünstung von Unlust, Trauer und Erfolglosigkeit. Oder arbeitet hier jemand am völlig falschen Ort, und fiept nun sein Unglück in rattenhoher Frequenz, die ich nicht hören, aber erahnen kann? Ein enttäuschter Dichter, ein unbekannte Musiker, der still sein Leid tragen will? Und ist sein Unglück der Ausschluß vom „Eigent­lichen“, das er da draußen vergeblich warten läßt, hin und her gerissen zwischen Vernunft und Neigung – das lebensvolle Leben voller Lust, Lärm und Vitalität – mir fallen die kokett-ver­zwei­felten Anspielungen mancher Bedienung ein – eigentlich bin ich ja … &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fühle mich wie geknebelt nach diesem stummen Überfall, dieser Raumklima gewordenen schwermütigen Bitte um Annullierung aller widrigen Bedingungen, unter denen man hier leidet. &lt;br /&gt;Dabei wollte ich doch bloß – ein Buch!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-9147556367970603070?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/9147556367970603070/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1143-buchertischen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9147556367970603070'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9147556367970603070'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1143-buchertischen.html' title='1144. – An Büchertischen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-641489121901423708</id><published>2011-07-20T22:04:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T01:31:30.243-08:00</updated><title type='text'>1143. – Von größten Nettozahlern.</title><content type='html'>Seine elegante Handhabung der populären Vorurteile, seine spitzfingrige, aber flüssige Jonglage mit den politisch noch korrekten Vorformen definitiver Fehlurteile (über die deutschen Stämme, deren dialektale Reste, über Frauen in der Politik und in hohen Ämtern, die europäischen Nachbarn oder Doping im Sport) machte ihn zu Projektionsfläche all der schmuddeligen deutschen Denkweisen, die die Mannschaftsmitglieder niemals offen zutage treten lassen würden, aber unterm breiig-vermengten privat-dienstlichen Trainer-Chefgeplauder ihr hübsches Biotop fanden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sie genossen offensichtlich diesen seelisch-intellektuellen Feuerschutz, dank dessen sie die Sau rauslassen konnten, unter dem Vordach seiner Autorität blieben sie vor den Unbilden scharfen Denkens geschützt. Und schön warm machte es auch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-641489121901423708?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/641489121901423708/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1142-von-den-groten-nettozahlern.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/641489121901423708'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/641489121901423708'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1142-von-den-groten-nettozahlern.html' title='1143. – Von größten Nettozahlern.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8107610567710734014</id><published>2011-07-20T22:02:00.000-07:00</published><updated>2011-07-25T01:18:20.314-07:00</updated><title type='text'>1142. – Glänzend.</title><content type='html'>Die mimische Übertreibung, das gestische Schreien, die extreme Expressivität sind Begleiterscheinungen eines in allen möglichen Hinsichten enger werdenden Marktes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine schlichte Werbefigur (auf dem Internet-Bildschirm, in den Printmedien) muß bereits dreinschauen wie Jack Nicholson in „Shining“, muß eine auf diabolisch getrimmte Visage präsentieren, um unsere Aufmerksamkeit zu erzielen und uns Verbrauchern klarzumachen: wenn ihr wüßtet, was euch erwartet, wenn ihr erst mal diesen Kaffee, diesen Orangensaft und dieses Auto probiert haben werdet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das löst natürlich eine Rückkopplung aus zum Fundus jener Gesten, mimischen Standards und Fratzenschneidereien, mit denen wir Normalos uns bislang haben verständigen können, deren medial definierte Lauheit uns aber nun noch mal farbloser, flacher, ausdrucksschwächer macht, es sei denn …&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8107610567710734014?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8107610567710734014/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1141-glanzend.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8107610567710734014'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8107610567710734014'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1141-glanzend.html' title='1142. – Glänzend.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8060586121624602534</id><published>2011-07-20T22:00:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T01:29:12.953-08:00</updated><title type='text'>1141. – Stufen.</title><content type='html'>– Haller sagt, er führe ein gutes Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber …?, frage ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– Ja, klar, da gebe es schon einiges: so habe er es mit Menschen zu tun, die den Namen WalterBenjamin nicht einmal kennten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das taugt nicht zum Vorwurf, erwidere ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– Sicher; auf die komme es auch nicht an; aber dann seien welche um ihn, die den Namen schon gehört, Texte aus seiner Feder aber nie gelesen haben. Das seien die, die immer schon mal in den Spessart wollten odernach Wunsiedel oder ins Alte Land, aber einfach nicht dazu kämen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sage: Wir haben alle viel zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– Ja, ja, aber dann gebe es solche, so Haller, die die klassisch gewordenen Aufsätze – Über dieReproduzierbarkeit des Kunstwerks, übers Sammeln, zum Thema Übersetzen oder garzur Kunstkritik in der Romantik – gelesen, aber rein gar nichts verstandenhätten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, gebe ich zu bedenken, das sind nicht gerade Zeitungsartikel …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– Schon klar, so Haller, und schließlich gebe es solche, die Benjamin gelesen und verstanden,aber nichts davon gehabt hätten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage ihn, wann denn nach seinen Maßstäben die Lektüre „korrekt“ abgelaufen sei, und obdenn er also ein Leser Benjamins sui generis sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– Das wisse er nicht, so Haller, aber er glaube, „korrekt“ in meinem Sinne wäre, wenn sieBenjamins Welt-, Sprach-, Geistesgeschichts-Blick nicht als dekorative Sammlungvon eleganten Hilfsmitteln nähmen, es vor allem nicht in der Rolle eines Zitatenschatzes,und damit also als Dokument abgeschlossenen Denkens, also als das Gegenteil dessen, was Benjamin intendiert haben dürfte (trotz der überaus fleißigen undgeradezu materialhörigen Vorliebe für die zettelreiche Sammlung).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube nicht, entgegne ich, daß es praxisorientierte Berufsarbeit gibt, in der überhaupt philosophische Erfahrung ihren kommunikativen Raum hätte, die Menschen müssen was tun, du schaust schließlich nur zu …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– … bei ihren Bemühungen, unterbricht mich Haller, die Fundamente ihres Sprechens und Denkens und Schließens zu ignorieren. Das gefällt mir nicht. Wenn sie denn affiziert würden, die Leute um ihn herum, von der Irritationen philosophischer Reflexion, müßten sie sich schon darauf einlassen, daß die theoretischen Bestandteile ihres bislang naiv vollzogenen Lebens ein wenig von ihrer methodischen Unschuld verlören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So neben der Arbeit?, sage ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– Und außerdem, fährt Haller ungerührt fort: Benjamin eröffne zum Denken, teile keine Resultate mit, die an einem Henkel herumzutragenwären. Daß Adorno noch die kleinste Nebenarbeit, eine ephemere Konzertkritik zum Beispiel alsscheinbar unbedeutende Äußerung korrespondieren lassen konnte mit konstruktivtragenden Sätzen der „Negativen Dialektik“&amp;nbsp; – worauf, wenn er, Haller, es rechterinnere, Rolf Tiedemann hingewiesen habe – sei etwa so ein Benjaminsches Erbstück:die Struktur der empathisch-emphatischen Reflexion, die nicht ablösbar sei vomzugrundeliegenden materialen Gehalt der Beobachtung, könne man bei ihm wie ineinem höchst eleganten und Präzisionsinstrumente enthaltenen Werkzeugkofferbewundern. Oder wie eine Leiter.Man müsse sie nur „benutzen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage: Und – ist das eine Gebrauchsspur?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8060586121624602534?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8060586121624602534/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1141-stufen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8060586121624602534'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8060586121624602534'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1141-stufen.html' title='1141. – Stufen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7302409770249733918</id><published>2011-07-19T22:10:00.000-07:00</published><updated>2011-07-21T02:23:40.439-07:00</updated><title type='text'>1140. – Ihren Ausweis, bitte!</title><content type='html'>Haller: Ich bin verblödender Angehöriger eines verblödeten Landes.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7302409770249733918?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7302409770249733918/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1140-ihren-ausweis-bitte.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7302409770249733918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7302409770249733918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1140-ihren-ausweis-bitte.html' title='1140. – Ihren Ausweis, bitte!'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' 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href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1139-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5096641397579508422'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5096641397579508422'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1139-und.html' title='1139. – Und?'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' 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Reinbek 1979&lt;/blockquote&gt;Aufgrund dieses einen wunderbaren Satzes, den ich in einem Kalender fand, kaufte ich mir den Roman und entdeckte einen ebenso wunderbaren Autor, der der heutigen Kultur belletristischer Krimis einiges an literarischer Inspiration verpaßt haben dürfte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2386626392601661209?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2386626392601661209/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1138-lesetreffer-1.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2386626392601661209'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2386626392601661209'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1138-lesetreffer-1.html' title='1138. – LeseTreffer (1).'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7589265802182385578</id><published>2011-07-18T22:18:00.000-07:00</published><updated>2011-07-21T02:07:25.177-07:00</updated><title type='text'>1137. – Homo ludens antiquus*.</title><content type='html'>Haller sagt, das Schöne am Älterwerden sei: der Anteil an Eigenzeit wachse, immer mehr könne man sich der Reflexion der gerade bestehenden Situation widmen; es sei der schroffere, härtere, immer früher geschehende Abschied von aller Vorform, allem „Wind“, jeder Art von Präliminarium – zugleich wachse so alles nur mehr Spielerische.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;*in Küchenlatein: der alte Spieler &lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7589265802182385578?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7589265802182385578/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1137-homo-ludens-antiquus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7589265802182385578'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7589265802182385578'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1137-homo-ludens-antiquus.html' title='1137. – Homo ludens antiquus*.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4185140591718596676</id><published>2011-07-18T22:16:00.000-07:00</published><updated>2012-01-18T00:55:22.222-08:00</updated><title type='text'>1136. – Nicht vergessen (I).</title><content type='html'>1938 war China einer der wenigen Staaten, die gegen die Vereinnahme Österreichs durch die Nazis protestierten, und der chinesische Konsul in Wien, Dr. Feng-Shan Ho, hat vielen Juden durch seine großzügige Visumserteilung das Leben gerettet: insgesamt kamen 18000 Juden nach Shanghai.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4185140591718596676?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4185140591718596676/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1136-nicht-vergessen-i.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4185140591718596676'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4185140591718596676'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1136-nicht-vergessen-i.html' title='1136. – Nicht vergessen (I).'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8433594314116655904</id><published>2011-07-18T22:14:00.000-07:00</published><updated>2012-01-18T01:32:13.377-08:00</updated><title type='text'>1135. – Die Himmel rühmen.</title><content type='html'>Die reine Knabenstimme, der ich gestern aufmerksam zuhörte, erschien mir als perfekte Realisierung des &lt;b&gt;&lt;i&gt;erwachsenen&lt;/i&gt;&lt;/b&gt; Kunstgesangs: so als strebe die Altistin oder gar Sopranistin nichts anderes an, als so zu klingen wie eine unverbildete, aber mit wunderbarer natürlicher Musikalität ausgestattete Kinderstimme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das nimmt dem Banausen viel von seiner pseudo-antibürgerlichen Kunstkritik.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8433594314116655904?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8433594314116655904/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1135-die-himmel-ruhmen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8433594314116655904'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8433594314116655904'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1135-die-himmel-ruhmen.html' title='1135. – Die Himmel rühmen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7404636766636811180</id><published>2011-07-18T22:12:00.000-07:00</published><updated>2012-01-20T00:22:32.038-08:00</updated><title type='text'>1134. – Aus dem Frigidaire.</title><content type='html'>Angesichts des süßlichen Anbiederns der Alten an die Grundattitüde der Jungen, die sie um keinen Preis kritisieren wollten, vor denen sie, oder vor dem, was die Alten sich als „cool“ übersetzten, in unwürdiger Bauchlage einen intellektuellen Kotau machten, der einem Bankerott gleichkomme, angesichts der senilen Verzweiflung über die Leichtigkeit der Kommunikation einer coolen Generation, könne Haller nicht anders, als die gute altmodische Beleuchtung einzuschalten und dem unterkühlten Phänomen selbst nachzuspüren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Cool“, so Haller, resümierend, heiße das habituelle Zwangs-Passe­partout für den freiwillig sich verkleinernden Seelensimpel. Es sei das grobe, gruppen-verordnete Verhaltens­korsett aus Plumpheit und Häme. Sei die Gummimännchen-Lässigkeit als Angst vor der Ein- deutigkeit, sei die Polemik als wahrnehmungs-verformende Blick-verengung, sei die Flucht vor aller ästhetischen, sprachlichen, die aktuelle Situation des Gags überdauernden Belangbarkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Cool“ sei die formale Wucherung der Abstinenz von Feiglingen, denen’s vorm Partizipieren grause. Ihre Schnodderigkeit sei Ausdruck ambivalenter Trauer über die fehlende Vollmitgliedschaft in den bedeutenden Bezügen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre armselige Sprach-, Verhaltens- und Erfahrungs­ausstattung liefere, so Haller, ihre kurzen Sätze – aufmerksamkeitsheischende Meldungen von armen Würstchen, deren Objekt immer ein Schwächeres sein müsse, und alles sei das „Schwächere“, insofern es beobachtet werde, nicht Gruppe, nicht Teil des gruppengültigen Deutungssets sei; denn vor der Kraft, vorm authentischen Agieren, vor der naiven und herz- lichen Hingabe sei alles Coole arm, klein, schief, verbogen, unvoll- ständig, sich abwendende Aversion, Vorform gültiger Lebenspraxis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Cool“, so Haller, sei die Spitze der medialen Eigentlichkeit, die an die Stelle „richtigen Lebens“ getreten sei. In ihr stecke nichts als Simulation. Die Metaphern, die semantischen Skalen, die Wertungen seien völlig verschoben: „cool“ glaube der Sprayer zu sein, der von seinem „gefährlichen Leben“ spreche. Was – ein nächtlich angebrachtes Knollennasenmännlein, ein typographisch kraft-meiernder Schriftzug, so Haller, als Surrogat Mut erfordernder Handlung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cool sei, wem es gelinge, den Gruppengesetzen Geltung für die Dauer des Gags zu verschaffen. In die Wärme der Gruppe schlüpfe, wer unterhalte auf Kosten der Passanten, der „anderen“, der „Uncoolen“, der Spießer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Coole sei das spröde, ausdrucksschwache Signet der Berüh-rungsangst von Verletzten, Schlechtweggekommenen, sei chronifizierte Enthaltsamkeit von Zaunguckern, die gerne dabei wären, dafür den Ausschluss als Legitimation aller Verächtlichkeit nehmend. Die Coolen seien gruppenfixierte Agenten einer dubiosen Ästhetik, mit denen es gar keine sachliche Aus­ein­ander­setzung geben könne, weil der andere … katholisch, Krawattenträger, Offenbacher in Frankfurt, Bade­ner in Württemberg, Biertrinker / Weintrinker / Jäger-meisterfreund … nicht Gruppenmitglied ist. Das „Coole“ sei die hohe Grundschule des Vorurteils.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die pathische Bandbreite des Coolen – vom linkischen Sportler im Fernsehstudio, dessen hölzernen Bewegungen man die Athletik auf dem Platz nicht ansehe, bis zum jovial-populistisch quasselnden Fachmann, der den Laien etwas verklickere in seinem Freizeit-Sweatshirt – die ungesunde Fruchtbarkeit der Attitüde „cool“ könne man nur „uncool“ – etwa durch Schrammsche Methoden knacken und mit der lederbehandschuhten Hand sich übers brav gescheitelte Haar streichen und lauernd ankündigen: „Lassen Sie es mich so sagen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was heißedas alles, frage er, Haller: Dankbar fürs Phänomen schauten wir auf die anBars, Geländern, Autotüren Lümmelnden, auf die publizistisch gewieftenTeilnehmer unsäglicher Talkshows, Castingwettbewerbe oder Sozialrüpel, derenintellektuelle Reichweite mit der Gruppe (ver)­ende: Der Coole sei derpathische Spiegel einer pathologisch deformierten Öffentlichkeit, in ihmspiegele sich die Verlogenheit einer scheinbar freien Gesellschaft. Das Coolesei ein perspektivischer Diminutiv, in seinem Blick schrumpfe alles zum Gag,zum Anhängsel des Unterhaltsamen. Die Forderung nach Unterhaltsamkeit sei aberdie Generalforderung. Wer ihr nicht entspreche, sei eo ipso uncool, so fantastischdas Resultat seiner Bemühungen auch sein möge. Was cool werden wolle,unterliege einer Schrumpfung ins Eindimensionale; sie bestehe darin, daßgeleugnet würde, irgendetwas habe noch eine weitere Bedeutung als die, cool zusein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So Haller.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7404636766636811180?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7404636766636811180/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1134-aus-dem-frigidaire-cool.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7404636766636811180'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7404636766636811180'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1134-aus-dem-frigidaire-cool.html' title='1134. – Aus dem Frigidaire.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-9096219072754585713</id><published>2011-07-18T22:10:00.000-07:00</published><updated>2012-01-18T00:31:08.476-08:00</updated><title type='text'>1133. – Tondokument, neu.</title><content type='html'>Ein teuflisch-guter Trick der Nazis, in ihrer Grußformel einen ei-Laut unterzubringen, der sich dehnen, verbiegen, in jeder emotionalen, auch exaltiertesten Tonlage artiku­lie­ren läßt – das mochte auf kaiserlich vorbereitete deutsche Brüllstimmen getroffen sein, die sich zu eruptiven, konvulsivischen Schrei-Befreiungen hinreißen lassen konnten und ließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche Wucht darin steckt, läßt sich studieren auf dem Fußballplatz am Dorfrand, dort wo heute, 2011, immer noch Stromkästen mit Hakenkreuzen stehen, wo das heutige Torgeschrei auch ein unabgestorbenes, unsterbliches, vitales Nazibrüllen sein könnte, so authentisch, wie es die Tondokumente der 30er Jahre besser nicht kolportieren können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Löst man sich beim Betrachten des sportlichen Geschehens aus der Suggestivität rasanter Spielzüge und athletischer Faszination über das hohe technische Niveau der jungen Kicker, schließt man sozusagen die heutigen Augen, um sie für die historischen Ohren zu öffnen, gibt es die Gewißheit einer flagranten akustisch-expressiven Kontinuität, deren Präsenz dem gerade noch so leichten Spiel auf einmal ein anderes Gewicht verleiht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-9096219072754585713?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/9096219072754585713/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1133-tondokument-neu.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9096219072754585713'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9096219072754585713'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1133-tondokument-neu.html' title='1133. – Tondokument, neu.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8726713902415263953</id><published>2011-07-18T22:08:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T23:33:36.163-08:00</updated><title type='text'>1132. – Die hilflosen Metaphern.</title><content type='html'>Nur ein einziges,scharfes, klapperndes, die billigen Materialien lauthals herzeigendes Geräusch– und die Welt, für Haller, ist für einen kurzen Moment, während eines scharfenBlitzlichts nur mehr Müllhalde, Sammlung von Schund aus Krach und mieser Typografie,aus schlechtem Essen oder den Praktiken durchtriebener Mediziner, die dieApparate anbeten oder … oder … aus politischer Verlautbarungsrhetorik, in der denComics entsprungene Karikaturen Sprach­­brocken erbrechen – mag ja allesstimmen, was er, Haller, da als synästhetische Kakophonie empfindet imGegenüber eines Menschen, der achtlos, ohne jedes Gespür für dieerforderte Kraft einen blechernen Kofferraum viel zu stark zuschlägt – doch diestillen Bilder bewegen nichts.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8726713902415263953?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8726713902415263953/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1132-die-hilflosen-metaphern.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8726713902415263953'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8726713902415263953'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1132-die-hilflosen-metaphern.html' title='1132. – Die hilflosen Metaphern.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-91048315295996524</id><published>2011-07-17T22:57:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T23:23:44.293-08:00</updated><title type='text'>1131. – There was no satisfaction.</title><content type='html'>Hallers schwere Irritation damals zu sehen, daß ein Auto „Rolling Stones“ heißen durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie klapprig sein Gehäuse wurde, da er zum ersten Mal Musik verstand als ein dekoratives Werbeelement zum Systemerhalt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie hilflos seine Wut bei der Einsicht in den Zusammenhang zwischen dieser ästhetisch so furchtbar wilden, offensiv-aggressiven, revolutionär sich gebärdenden oder besonders gammeligen Erscheinung der Künstler und der braven Eignung ihrer einschmeichelnden Produkte für den Geschmack von Spießern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei hätte er, Haller, sich nur zu erinnern brauchen an jenen frühen Moment – in den späten Sechzigern –, als er die ersten Boutiquen mit den textilen Insignien seiner revolutionären Idole bestückt sah. Damals, als Nato-oliv schick war und er lernte, daß &lt;i&gt;&lt;b&gt;das&lt;/b&gt;&lt;/i&gt; die Ubiquität des kein Entkommen zulassenden Verblendungszusammenhangs war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach, nach dieser Einsicht, wiederholte sich die Erkenntnis auf der Ebene der Theoriebildung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-91048315295996524?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/91048315295996524/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1131-there-was-no-satisfaction.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/91048315295996524'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/91048315295996524'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1131-there-was-no-satisfaction.html' title='1131. – There was no satisfaction.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-6454986121426302476</id><published>2011-07-17T22:55:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T00:30:44.148-08:00</updated><title type='text'>1130. – Wo ich im Elend bin.</title><content type='html'>Kleine, breithüftige, bäurische Gestalten mit Übergewicht, zugeschminkt die Haut­unreinheiten, gewandet in sehr ausgesuchte Klei­der, welche in der Tat das Prädikat Eleganz für sich reklamieren könnten, zerstörte die erforderliche Größe nicht die feinen Proportionen des Schnittes, wollen Haller nun erklären, daß das Gewicht, welches er während seiner langen Läufe verloren habe, „bloß Wasser“ sei.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-6454986121426302476?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/6454986121426302476/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1130-wo-ich-im-elend-bin.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6454986121426302476'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6454986121426302476'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1130-wo-ich-im-elend-bin.html' title='1130. – Wo ich im Elend bin.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4473808121903171272</id><published>2011-07-13T18:09:00.000-07:00</published><updated>2011-07-15T05:48:48.245-07:00</updated><title type='text'>1129. – Langzeit-EKG.</title><content type='html'>Beziehung ist verdichtete, aber passagere Harmonie – auf Zeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4473808121903171272?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4473808121903171272/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1129-langzeit-ekg.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4473808121903171272'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4473808121903171272'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1129-langzeit-ekg.html' title='1129. – Langzeit-EKG.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-202524993461521400</id><published>2011-07-13T18:07:00.000-07:00</published><updated>2011-07-15T05:44:36.782-07:00</updated><title type='text'>1128. – Nahaufnahmen.</title><content type='html'>Man kann an den Lebens- und Festformen, der Idiomatik, der Denkweise der Eingeborenen nicht teilnehmen; man kann sie nur beobachten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gilt für die Trobriander auf Neuguinea genauso wie für – sagen wir die Ostfriesen in Westoverledingen wie für die Alemannen in Süddeutschland.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-202524993461521400?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/202524993461521400/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1128-nahaufnahmen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/202524993461521400'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/202524993461521400'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1128-nahaufnahmen.html' title='1128. – Nahaufnahmen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-1267031540606964135</id><published>2011-07-13T18:05:00.000-07:00</published><updated>2012-01-16T02:54:08.707-08:00</updated><title type='text'>1127. – Outlets.</title><content type='html'>Wenn der Parvenü wüßte, daß Eleganz einen Raum bezeichnet, zu dem er keinen Zutritt hat. &lt;br /&gt;Eleganz ist für ihn ausschließlich eine textile Kategorie.&lt;br /&gt;Sie materialisiert sich für ihn, der dabei argwöhnt, er werde übers Ohr gehauen, im selbstverliebten Einkauf in besonderen, besonders teuren Läden. Die Chance, dort in den gut ausgeleuchteten Spiegeln zugleich das Design seiner Existenz gezeigt zu bekommen, kann er nicht nutzen.&lt;br /&gt;Respekt vor seinem Geld, vor ihm, dem „guten Kunden“, nimmt er in naiver Verblendung falsch persönlich. Er glaubt jeder noch so pastos aufgetragenen Schmeichelei über sein gutes Aussehen, seine Haltung, die gerundeten Bewegungen – oder was der geschickte Kundenberater noch alles emphatisch lobt.&lt;br /&gt;Der macht aus einem Einkauf ein psychologisch fein gewebtes Event für den geschmackssverunsicherten Kunden, eine ziemlich verlogene Show, bei der aber dem Kunden warm wird vor Freude übers Endlich-Verstandenwerden. Denn der Berater ist so geschickt, daß dem Kunden die Gewißheit der selbst getroffenen Wahl, der eigenen Entscheidung bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Eleganz aber als Haltung – sei es Körpersprache, Wortwahl, sei es Handeln im sozialen Raum – als eine avancierte Form von Kultiviertheit, weiß unser Parvenü nichts. Auch nichts vom Zusammenhang seiner ökonomischen Bemühungen mit der Schwundstufe seiner kulturellen Repräsentativität.&lt;br /&gt;Wichtig ist das Label. Das kennt er. Das schätzen seine Nachbarn, Freunderln, und das verleiht Sicherheit.&lt;br /&gt;Er hat sich kommunikativ eine Labelwelt aufgebaut, in der er sich geübt – keineswegs elegant – bewegt. Mit der hart erworbenen Sicherheit, die besitzt, wer zu wissen glaubt, daß das meiste käuflich sei. &lt;br /&gt;Jede ausbleibende Kritik ist Affirmation seiner Methode. Sein Narzißmus verhindert die Beobachtung wirklich eleganter Damen und Herren. Deren Verhalten hält er für geziert, übertrieben, dekadent. Lächeln ist eher ein Zeichen von Schwäche denn von Lebensart. Höflichkeit nur als technisches Schmiermittel zur captatio benevolentiae.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hält sich an seine Labels: an oberster Stelle stehen unbezweifelbare Automarken, es folgen Hotels (Ketten oder gute Häuser, in die er geht, weil man das hinterher erzählen können muß) und wichtige Restaurants. Qualität erschließt sich ihm allein über den Preis, er kennt keine Herstellungs-, Bereitstellungs-, Überlieferungstechniken des jeweiligen höchst traditionell verfeinerten Genußbereichs – seine freigewordene Gier läßt ihn die winzigen Portionen, zubereitet von den besten, weil teuersten Köchen, verschlingen, und er frißt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Er hat auch keine Hemmung, die wunderschön arrangierte Speise ein zweites Mal zu bestellen, und wie beim ersten Mal verschlingt er sie mit blindem Blick, auf daß er satt werde. Er nennt das sein Kompliment an die Küche).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1267031540606964135?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1267031540606964135/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/wenn-der-parvenu-nur-wute-da-eleganz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1267031540606964135'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1267031540606964135'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/wenn-der-parvenu-nur-wute-da-eleganz.html' title='1127. – Outlets.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-186068862193729810</id><published>2011-07-12T18:03:00.000-07:00</published><updated>2012-01-18T00:04:29.771-08:00</updated><title type='text'>1126. – K.s neue Kleider.</title><content type='html'>Dem reichte es nicht, die Mitarbeiter an der kurzen Leine knapp erteilter Befehle, bündig zuhaltender Rückmeldungen und dann wieder endloser und erzwungener Gespräche zuhalten, um seine von niemandem bezweifelte Solitär-Position zu behaupten – nein,seine gesamte Kommunikation designte er als Gelegenheitsfolge zu serieller Machtdemon­stration.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er mußte die Geschäftsräume mit seinem Odem erfüllen, er mußte gewiß sein, daßnichts roch, nichts zeugte von einem anderen als seinem Duft, dem persönlichenund damit amtlichen Duft seines kleinen Kaiserreichs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch sonst durfte nichts verweisen auf eine andere zweite Körperlichkeit, niemand hatte das Recht,Raum zu beanspruchen außer seiner massigen, mit viel Zubehör und technischemBrimborium versehenen Erscheinung. Mit Zweitschreibtisch, Zweitrechner, Zweitkofferund lässig, aber deiktisch stark postierten Insignien der wahren Herrenexistenz:Ledertaschen für Toilettenartikel, edelste Feuerzeuge, edelstes Schreibgerät(unbenutzt), aus der schwarz-silbernen Designerkühle einer informellen Ästhetikvon Gegenständen, die nur sagen: wir sind unnütz, aber schön. Überall gleichsamsekundärinformative Repräsentanten von Exponiertheit, als lägen viele, vieleTennis- und Golfschläger der Extraklasse neben den Maserati-Schlüsseln herum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daneben waren lediglich Assistenten geduldet, um diese Gloriole wahrer Führungskräfte zum Glänzenzu bringen.Daß das matte Licht der Schleimer eher die abgenutzten und schäbigen Stellen dieser eingedellten Krone beleuchtete, störte ihn nicht; schließlich gab es keinerlei Möglichkeit, hierirgendwo eine makellose zweite zu sehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-186068862193729810?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/186068862193729810/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1126-k-neue-kleider.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/186068862193729810'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/186068862193729810'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/07/1126-k-neue-kleider.html' title='1126. – K.s neue Kleider.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-744463066539403306</id><published>2011-06-26T23:48:00.000-07:00</published><updated>2012-01-16T02:17:20.962-08:00</updated><title type='text'>1125. – Luft anhalten!</title><content type='html'>Irritiert von den aggressiven Ausdünstungen aus altem Schweiß vom Trikot des entgegenkommenden grauhaarigen Bergradfahrers, der Haller wie ein flüchtiger Verbrecher entgegenrast, plastikbunt verkleidet mit verzerrtem Gesicht voller Verächtlichkeit, Wut und entsetzlicher Furcht – irritiert von solcher Gestanks-Fahne aus altem, eingetrockneten und nun zu neuem meuchelnden Leben erweckten Mief, die Haller noch Hunderte Meter lang in seine wehrlosen Nüstern flattert – sagt Haller, er nehme nicht nur solch ein Geruchsbild, sondern auch später die Parfümierungen der Passanten, zurück in der Stadt, mit einer Heftigkeit wahr, daß er versucht sei festzustellen: die meisten Menschen stinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und zwar sei es ein Mief, so Haller, für den sie viel Geld ausgegeben haben dürften.&lt;br /&gt;Er nehme an, weil die Düfte im geruchsverwirrten Laden die ohnehin belastete Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen müßten, seien die Reize deutlich stärker angelegt, als sie es in einer neutraleren Umgebung, einer duftärmeren Gegend sein müßten. Die Gerüche hätten eben anzukämpfen gegen die massierte Konkurrenz, und was dort in den Parfümerieabteilungen der Kaufhäuser etwa als Duftrichtung „Apfel“ gelte, sei hier draußen im Walde die pure Parodie des frischen Obstes. Es sei die olfaktorische Verhöhnung des natürlichen, die gelungene Skizze eines synthetischen Apfels. Der Versuch, alle Varianten eines wunderbaren natürlichen Geruchs in eine bündige „Apfeligkeit“ zu sammeln, sei widerlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie versalzene Suppe, wie falsche Schrift, wie schlechte Orchestrierung – unrettbar verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller, der nasen-sensible Läufer, nach Stunden in reiner Waldluft gereinigt, riech-technisch neu justiert und extrem verfeinert durch die Schulung in der Wahrnehmung von schwachen Kräuterdüften, von Losungen und den Düften des feuchten, bald verfaulenden Laubes – Haller meint, beobachte er richtig, so bediene sich das massenhafte Aufmerksamkeits-, das Individualitäts-, das Ich-bin-anders-als-die-andern-Brüllen (nach all den optisch, akustisch, mobiltelefonistisch ausgerichteten Versuchen) inzwischen auch olfaktorisch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-744463066539403306?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/744463066539403306/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1125-luft-anhalten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/744463066539403306'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/744463066539403306'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1125-luft-anhalten.html' title='1125. – Luft anhalten!'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-1338530197554056091</id><published>2011-06-26T23:46:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T23:01:12.061-08:00</updated><title type='text'>1124. – Freßzellen.</title><content type='html'>Klaus frißt Literatur wie Schokolade. Klaus ist Feinschmecker, aber kein Citoyen. Deshalb versteht er seine Lektüre „falsch“.  Er ist belesen, aber ungebildet. Sein Verhalten wird von der ausdifferenzierten progredienten Sucht, nicht von verfeinerter Wahrnehmung gelenkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Dimensionen seiner heißhungrig verschlungenen Portionen markieren das Gegenteil von Genuß. Er glaubt immer noch zu genießen, wo er längst leidet. Sein Körper ist nun verdorben von dieser Sorte Süßkram, beständig überzuckert von der gierig verschlungenen Masse, die doch nur als kleine Dosis Genuß liefern kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darum kann er anderem als Genießbarem gar nicht mehr zuhören. Ihn interessiert auch nichts von der Welt. „Arbeit“ ist für ihn ein Wort, das die Verhältnisse der anderen beschreibt; was keinen Genuß bietet, erfährt bei ihm keine Würdigung zur Wirklichkeit von Sein. Spiegelt man ihm aber seinen puristischen Hedonismus, seinen Unterdruck der Unterhaltungs-Bedürftigkeit, endet das Gespräch sogleich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er beschreibt selbstverliebt die Feinheit seiner labio-dentalen Sensitivität, und die Beschreibung seiner Freßwerkzeuge läßt sie wie Bauelemente eines kostbaren Instruments erscheinen. Musik macht er keine. Weil die anderen sich nicht getrauen, die Gier der völlig subjektiven, vollkommen atheoretischen Rezeption kritisch zu thematisieren – gilt er als Vorreiter, als Experte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine déformation professionelle ist jeder Branche eigen, auch der der Literatur.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1338530197554056091?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1338530197554056091/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1124-frezellen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1338530197554056091'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1338530197554056091'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1124-frezellen.html' title='1124. – Freßzellen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8836782185399425804</id><published>2011-06-26T23:45:00.001-07:00</published><updated>2012-01-19T23:15:15.502-08:00</updated><title type='text'>1123. – Jägerzaun.</title><content type='html'>Es ist nicht „schlimm“, daß wir das meiste, was wir tun, aus Mangel, aus Pathologie, aus Deformation tun, nur sollte man es immer wieder erinnern. Das Wenigste (unserer zielgerichteten Aktivität) ist sachlich motiviert und entstammt freier Wahl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Die „hilflosen“ Männer ohne ihre fürsorglichen Frauen, die sie zu viel zu großen Häusern, Autos, Urlauben schubsen, damit sie?, so daß sie auf Jahre und Jahrzehnte geknebelt, in die Armseligkeit eines minimalen Aktionsradius verbannt bleiben. So besitzen sie bereits jetzt, in ihren dreißiger, vierziger Jahren, etwas mitleiderregend Senil-Resignatives …).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8836782185399425804?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8836782185399425804/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1123-jagerzaun.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8836782185399425804'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8836782185399425804'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1123-jagerzaun.html' title='1123. – Jägerzaun.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7595178235719137813</id><published>2011-06-26T23:45:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T23:14:16.337-08:00</updated><title type='text'>1122. – Die Humor-Lache.</title><content type='html'>Komisch, sagt Haller, daß Aggression sogar zu Formen der Albernheit greife, um sich auszudrücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Und Haller berichtete von „diesem Menschen“ da, einem unheilbaren schlechten Clown, vor dessen Zimmer stets eine gangbreite Humorlache sich erstreckte, wie Regenwasser vorm verstopften Abfluß. Dessen chronifizierte Radiomoderatoren-Gute-Laune-Geschwätzigkeit vergackeiern­der Diminutive und Emphasen praktizierte eine Pseudoinformiertheit über den guten Gang der schlechten Welt in einer alles dem Witz unterordnenden Quasselsoße, eine sabbernde Fußballergebnisse versprühende Fernseh-Nachplapperei, deren Verletzungspotential dem von Wurfgeschossen kaum nachgestanden habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgesehen davon, so Haller, daß jede Passage ihm das Gefühl, beschmutzt zu sein, verursacht habe.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7595178235719137813?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7595178235719137813/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1122-die-humor-lache.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7595178235719137813'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7595178235719137813'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1122-die-humor-lache.html' title='1122. – Die Humor-Lache.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5450357477094729592</id><published>2011-06-26T23:42:00.000-07:00</published><updated>2012-01-16T00:38:14.056-08:00</updated><title type='text'>1121. – Die teddyferne Schrumpfung, Teil I</title><content type='html'>Haller beichtete, er &lt;i&gt;habe &lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Adorno gehabt – wie früher Mumps oder Masern; dieser Morbus accuratissimus philosophicus stehe in keinem Pschyrembel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer den sich eingefangen habe, neige zum Überspringen all der Sprach-, Denk- und Kunsterfahrungen, die gerade besitzen müsse, wer sich dem Denken des großen Teddy nähern wolle.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Haller aber habe über diese Erfahrungen nicht verfügt, doch habe er bei der Lektüre sein Talent entwickelt, diese klaf­fen­den Lücken mit anlaufnehmenden, überlangen, fremdwortüberfrachteten, schneidigen, die Apodiktizität der Verdikte, die eingebaute Widerspenstigkeit gegen etwaige Zweifel bedrohlich anklingen lassenden, wie krummsäbelschwingenden, abschätzigen, besserwisserischen, gesprächs­verweigernden, ins Schweigen mündenden Sätzen zu überbrücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Infektion sei einst eine hartnäckige, tiefsitzende, schwere Erkrankung gewesen, &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;mit beständig aufflackernden Rezidiven, &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Mutationen, immer in der Gefahr zur Chronifizierung, mit beträchtlichen philosophischen Langzeitschäden, die sich wie Pockennarben kaum mehr beseitigen ließen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu zählten selbstauferlegte Denkverbote, hartnäckigste Praxisscheu, Ausschließlichkeits-An­maßun­gen, Fehlurteilskorrektur-Resistenz (in dem Haller erst spät begegnenden Modell der Inkompetenzkompensationskompetenz von Odo Marquardt sei er, so Haller, schon früh ein geölter Blitz gewesen) – über Jahre sich erstreckende Hoch­näsig­keits­attacken, ganz aus dem Nichts … da habe kein Jazz eine Chance gehabt, und Paul Hindemith erst recht nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Heilung, deren Vorgang noch andauere, habe für ihn, Haller, begonnen mit dem Austritt aus einer sakral aufgeladenen Sphäre, einem heiligen Kreis kleiner Adepten, deren Zustimmung ihm auf einmal gleichgültig geworden sei … allerdings begleitet von zögernden Überlegungen zu einer erneuten Lektüre der großen Entwürfe.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5450357477094729592?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5450357477094729592/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/die-de-adornisierende-schrumpfung-teil.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5450357477094729592'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5450357477094729592'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/die-de-adornisierende-schrumpfung-teil.html' title='1121. – Die teddyferne Schrumpfung, Teil I'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2595881165806187323</id><published>2011-06-26T23:40:00.000-07:00</published><updated>2012-01-16T00:32:33.644-08:00</updated><title type='text'>1120. – Die Kraft der Leere oder Das Vakuum als Führungsinstrument.</title><content type='html'>Ein Pro­blem ist zu lösen. Eine seit langem offene Frage wartet dringend auf Antwort. Eine grundlegende Änderung muß her zum Nachschub, zur Lager-Logistik, zur Herstel­lungs-Methode, zu einem möglichen Wechsel des Betriebssystems, einem unerträglichen Engpaß beim Personal, einem seit Monaten an­gekündigten und nun endlich eingetroffenen komplizierten Großauftrag, bestehend aus vielen Einzelarbeiten, die eine Reorganisation der Abläufe verlangen – alle diese Her­aus­forde­rungen sind verbunden mit Hand­lungs­bedarf und wachsendem Handlungsdruck – doch werden sie von den Oberen, das ist der Eindruck der Mitarbeiter – vorsätzlich übersehen und meist mit Schweigen bedacht. Business as usual.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unruhe, Befürchtungen und die Sorge um ihren Arbeitsplatz treiben die Mit­arbeiter um. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thematisiert allein gelegentlich in ironischen Worten aus der Führungsetage, eine ins Alberne reichende Flapsigkeit im Umgang mit Aufgaben, deren Ungelöstheit aber die Mitarbeiter bis weit in den Feierabend hinein belastet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Schwebezustand verbleibt aber alles sehr, sehr lange, obwohl der erreichte Druck – des Marktes, der Patienten, der Konkurrenz, des Controllings – weiteres Zögern längst verbietet und man um eine Antwort nun einfach nicht länger herum kommt. Die für die Mitarbeiter inzwischen unhaltbar geworde­ne Situation schreit nach Beendigung. Eine Lösung&lt;i&gt; muß&lt;/i&gt; jetzt, und zwar sofort gefunden werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch was geschieht: Die verantwortliche Führungskraft – Amts­leiter, Fachbürgermeister, Dezernent, Filial- oder Betriebsleiter – sie löst dieses Problem nicht. Sie schweigt. Sie wartet ab. Sie sitzt aus. Sie hört lächelnd die mühsam Contenance haltenden Sprecher der Belegschaft an – bedankt sich und schweigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so herrscht weiterhin der merkwürdige Unterdruck, der die Belegschaft in einen anderen Aggregatzustand versetzt. Es scheint, als sei der elektrische Hautwiderstand bei allen erhöht, der Krankenstand bewegt sich zwar nahe Null, allein viele sehen überhaupt nicht gesund aus. Es gibt allerdings bereits Mitarbeiter, die sich krank schreiben lassen; sie können und wollen nicht länger untätig zusehen, wie der „Karren gegen die Wand gefahren wird“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor es nun aber zu wirklichen, ernsten Schäden – in der Produktion, am Image des Amtes, der Firma und unter den bereits an Sabotage denkenden Mitarbeitern und damit möglicherweise zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommt, schaltet sich, alles riskierend, ein Untergebener aus dem Umkreis der Ent­scheider ein, denkt laut, schlägt vor und realisiert handstreichartig &lt;i&gt;seine&lt;/i&gt; Lösung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die von diesem ausgezeichneten Untergebenen gewählte Variante ist natürlich, wie kann es anders sein, exzellent: gut durchdacht, detailliert geplant, praxisnah vorbereitet, nimmt mit alle Fakten und Faktoren, die man für eine umfassende Lösung, eine befriedigenden Bereinigung der komplexen Situation benötigt – alles im Zusammenhang mit dem großen Auftrag, dem bedeutenden Wettbewerb, dieser Neu­grün­dung, der Einführung des neuen Steuerungssystems.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der frech-jungenhafte Vorschlag dieses hochqualifizierten Mitar­bei­ters ist geschickter Schlußpunkt einer methodisch abgearbeiteten Liste möglicher Alter­na­tiven. Sorgfältig hat er alle Kosten und alle Pros und Cons abgewogen, es ist eine überzeugende, um Ausgleich bemühte, sparsame, ausgezeichnete, vollkommen in der Praxis dieser Betriebs-, Amts-, Ver­wal­tungswirklichkeit verbleibende Regelung. Man spürt, der Verfasser will sich nicht profilieren, er will das Wohl der Organisation, und nur das.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt nur ein Detail, das dieser verantwortungsbewußte, tatendurstige Mann übersieht – dieses Etwas entstammt jenem Bereich, den nur überblickt, wer über esoterische Informationen aus jenen Bilderberg-Zirkeln verfügt, die kein normaler, kleiner Wicht je betreten wird, weder in der Schweiz noch in Holland, Informationen also, an die dieses tapfere Schneiderlein bei aller sonstigen Qualifikation nicht herankommt. Etwa die Überlegungen zur Bereitstellung von Ressourcen für Projekte, die noch erst hinter sehr dicht verschlossenen gepolsterten Türen ersonnen werden. Er kann lediglich Vermutungen anstellen über Details und Dispositionen auf diesem Terrain, das er nicht betreten darf. Ihm schwant vielleicht auch manches, aber er arbeitet zu solide, als daß er etwas gäbe auf spekulative Annahmen, deren Auswirkungen er nicht einbauen kann in den bereits begonnenen Umbau. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Detail aber nicht zu kennen, nicht über die geheimen Verbindungen zu verfügen zu der heilig duftenden Sphäre wirklicher Macht, nicht in die Tiefe der Wirklichkeit von großen Spielen hinabzureichen, dort wo solche Lösungen verortet sind, nichts zu wissen von den persönlichen, aber europäischen Verbindungen, die die Ökonomie überschreiten, die subjektiven Verbindungen und individuellen Vorlieben der Entscheider nicht zu kennen – gibt seinem Ansatz, unverschuldet, ein zunächst unbeträchtliches, aber struk­turell doch &amp;nbsp;wirksames Ungleichgewicht. Seine Bemühung erscheint nun beinah wie die Bastelei an etwas Zerbrochenem, dessen Defekt zu reparieren viel zu aufwendig ist. Neukauf, Neuerwerb, Abstoßen der ganzen Anlage, Niederlassung, des speziellen Produktionsstandorts besäße wahrscheinlich höhere Plausibilität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau darauf scheint man auf den sehr viel besseren Fluren gewartet zu haben. Die Organi­sationsspitze hat alles erreicht: die Aufbereitung der komplexen Informationen, die man für Entscheidungen solcher Tragweite benötigt, konnte besser nicht geordert werden, der beste Mann hat das beste Konzept vorgelegt (und nicht die unleidigen, aber zuständigen Planungsabteilungen); Hand­lungs­armut, das Offenhalten der qualvollen Situa­tion hat die entsetzten Mitarbeiter so weit ent­mutigt, sie so klein gekriegt, ihnen so drastisch die wahre Macht (und ihre Ohnmacht) demonstriert, daß sie wahrscheinlich mit &lt;i&gt;jeder&lt;/i&gt; Veränderung, und sei sie noch so fern von „Lösung“, einverstanden wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun endlich, endlich träufelt der Oberguru, der Hauptpapst, der Chefchef, der Häuptlingspräsident, der Der-schon-nicht-mehr-Golf-spielt – sich herablassend aus einer vollkommen entspannten Unbetroffenheit, einer am Genfersee, in Antibes oder sonstwo genossenen Zuschauerrolle&amp;nbsp; – träufelt der in kleinen und kleinsten Dosen von seinem goldlackierten Thronsessel aus die relevanten Daten in die gärende Lösungsmasse: und jetzt beginnt der Teig aufzugehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erforderlichen – quantitativ minimalen, aber funktional eminent bedeutsamen – Informationen machen die geleistete Arbeit unseres tapferen Schneiderleins (und seines Teams) zu einem armseligen Präliminarium fürs „Eigentliche“ der echten Lösung, für die dann natürlich „der Chef“ steht, dieser Teufelskerl, dieser Top Shot, sitting in the driver's seat. Und die „Lösung“ ist dann beinah nur noch routiniertes Handwerk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grau gewordene Frauen und Männer, altgediente Haudegen, belastbare, waschechte Büroleiterinnen, seit Jahrzehnten im zugigen Wind eines Headquarters erfolgreich agierend stehen nun dumm in den kahlen Landschaften einer deregulierten, nur mehr simulierten Sinngegend. Sie murmeln. Auf Fluren senken sie die Köpfe. In der Tiefgarage hat auch einer ihn geschüttelt, den Kopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und von einem wird kolportiert, er habe &lt;i&gt;Arschloch!&lt;/i&gt; gesagt, so zwischen den Zähnen – &lt;i&gt;Arschloch!&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2595881165806187323?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2595881165806187323/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/10/die-kraft-der-leere-oder-das-vakuum-als.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2595881165806187323'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2595881165806187323'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/10/die-kraft-der-leere-oder-das-vakuum-als.html' title='1120. – Die Kraft der Leere oder Das Vakuum als Führungsinstrument.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2830959067062283263</id><published>2011-06-26T23:38:00.000-07:00</published><updated>2012-01-13T04:23:55.642-08:00</updated><title type='text'>1119. – السلام عليكم.</title><content type='html'>[Salem aleikum, Friede sei mit euch, „Hallo“]. Es gebe bei ihm, so Haller, einen kaum merklichen Sog, Unwissen abzutragen, um dann auf einmal energisch einem – bislang über Jahre gleichmütig hingenommenen – Mangel an Kenntnissen mit einer plötzlichen Heftigkeit abzuhelfen, die nicht allein der Zeit geschuldet sei, wenn diese „dafür als reif erscheine“. &lt;br /&gt;Die Unbedingtheit des Entschlusses müsse er analysieren. Es gehe dabei immer um mehr als nur um Nachholung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei ihm etwa sei es der wachsende Impuls, sich endlich mit der arabischen Sprache zu befassen … Das habe etwas zu tun mit einer – und sei es minimalen – Verschiebung im Denken – jenseits alles Linguistischen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2830959067062283263?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2830959067062283263/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1119.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2830959067062283263'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2830959067062283263'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1119.html' title='1119. – السلام عليكم.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-343688786112171562</id><published>2011-06-26T23:05:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T22:59:32.885-08:00</updated><title type='text'>1118. – Adult Education.</title><content type='html'>Der zweite Bildungsweg verliert seine etwas bratkartoffeloide Vhs-Kleingarten-Aura erst dann, wenn man dem ehemaligen Schlosser, Gärtner, Werkzeugmacher anmerkt, wie sehr er affiziert ist durch den Eros, der unbedingtem Erkenntniswillen innewohnt, jenem langsamen lustvollen Versuch zur gedanklich-künstlerischen Durchdringung von Welt und Ich.&lt;br /&gt;Man muß ihm abnehmen können, daß die Kumulation von Kenntnissen nicht ausschließlich dem Wunsch nach einer besseren beruflichen Qualifikation, sondern der feurigen Neugier einer Welteroberungs-, einer Verstehenslust geschuldet ist, auch einem Unrechtsbewußtsein und ersten Ansätzen von Selbsterkenntnis, die die dubiosen Bestandteile des eigenen Denkens scharf zu durchleuchten Mut findet. Der den Atem hat, nicht gleich nach der „praktischen Verwertbarkeit“ zu fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer spüren läßt, wie er der Faszination von Wissenschaft wenigstens auf Zeit erlegen war, einer Faszination, die ihn hinaustrug aus dem kleinbürgerlichen (oder sonstwie motivierten) Interesse, „es mal besser zu haben zu wollen“ und einen Akku zu laden, dessen elektrisierende Wirkung immer noch hungrig und begierig macht, etwas ihm Notwendiges herauskriegen zu wollen. Dazu gehört à la longue viel Mut, passagere theoretische Sicherheiten aufzugeben, andauernde Kraft zum Abschied von liebgewordenen Paradigmata, und seien es auch die, die einem in der „großen Zeit“ des akademischen Aufbruchs das erste theoretische Rückgrat bildeten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Moment ist konstitutiv für den Fortgang von Wissenschaft wie für die reifende Entwicklung des Individuums.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Komisch, traurig, erschütternd ist nun heute, daß die Bedrohung dieser spezifischen emotional-erotisch-intellektuellen Allianz aus dem Bereich der Wissenschaft selbst kommt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-343688786112171562?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/343688786112171562/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1118-adult-education.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/343688786112171562'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/343688786112171562'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1118-adult-education.html' title='1118. – Adult Education.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2620181257993120632</id><published>2011-06-26T23:00:00.000-07:00</published><updated>2012-01-13T01:36:03.135-08:00</updated><title type='text'>1117. – Schlanke, lange Lügenbeine.</title><content type='html'>Haller, verstört von der Lässigkeit, mit der Wortbenutzer über eine angeblich medial geforderte Unwahrheit hinweggleiten, weiß, auch ein Haller natürlich, wisse, sagt Haller, daß in feierlicher Rede vorm fein gewandeten Publikum zweifellos anders über Menschen, Welt, über Ungleichheit und Hunger und Armut gesprochen werden müsse als beim intimen Zweiergespräch am Caféhaustisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine, Hallers, Irritation rühre her von der Beobachtung, dass die Unwahrheit längst nicht mehr bloß unterwegs sei auf dem Weg zum augenzwinkernden Standard, zu einer achselzuckend akzeptierten methodischen Härte, um schöne Ziele zu erreichen, sondern genuiner Bestandteil allen Sprechens geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Suspekt sei ihm, Haller, eher die Herkunft seines eigenen, rigiden Maßstabs in Sachen Wahrheit. Eines Maßstabs, der puristisch funkle in entrüsteter Enthaltsamkeit gegenüber allen lockeren spielerisch-lügnerischen Gesprächsformen. &lt;br /&gt;Aber Lügen sei nun mal legitimer Teil aller Kom­munikation. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Funktion der Lüge sei die Bildung eines plastischen, aus der Verformung der elastischen Wahrheit gebildeten Halbschattens von Gespräch, in dem erst der langweilige, aber ehrliche und wenig unterhaltsame Diskurs erträglich werde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lüge sei nicht etwa, wie zu seiner Kindheit Zeiten, eine Vorstufe zum kriminellen Akt, sondern Konsequenz aus der Arbitrarität aller Äußerungen. Daß sie beliebig seien, liege an der ­– könne man das steigern? – noch größeren Ohnmacht des&amp;nbsp; Einzelnen, des noch dichter geknüpften Netzes von Macht und Markt, der nun ungebremst und organisationslos direkt bei den Individuen angekommen und bestimmend geworden ist für jegliche Lebens-Äußerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller habe das mit der Lüge ausprobiert: wurde er dienstags gefragt, welchen Beruf er habe, antworte er aus Jux: Kieferchirurg, mittwochs sei er: Schildermaler, und donnerstags habe er über mittelhochdeutsche Stabreime promoviert, freitags stelle er sich als Kran­kengymnast vor, und samstags aber, samstags sei er der ausgefuchsteste Lacan-Freud-Leser, dessen psychoanalytisches Vokabular mit einer wör­tertrunkenen Lässigkeit aus ihm heraussprudele, daß er beinahe selber dran glaube.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Treffe er Monate später einen von einem Dienstagsgespräch an einem Samstag, genieße er die Erfrischung, die aus dieser Verwirrung, dem empörten Zur-Rede-gestellt-werden resultiere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gewißheit von der Absenz gelingenden Gesprächs, die traurige Evidenz von der Unwahrscheinlichkeit allen Verstehens klammere sich gierig an die Wirklichkeit wenigstens des Versuchs zum Austausch, und alles scheine der Tatsache der gerade jetzt in diesem Augenblick geschehenden Verständigung geschuldet, und nur sie und ihr angebliches oder wirkliches Gelingen habe im Vordergrund zu stehen, so Haller. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre Unwahrheit mutiere sofort ins Gegenteil, wenn das jetzt besser passe. Die Kommunikation laufe so entfernt von jeder Aufklärungsmöglichkeit entfernt, so weit weg von jeder „interessegeleiteten Erkenntnis“, daß es völlig wurscht sei, wer – sachlich – was wann wem mitteile. Die Unterstellung der Zurechnungsfähigkeit des Gesprächspartners, einst ein Unterpfand aufrichtigen Redens, sei ohnehin längst dahin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihm, Haller, schwebe vor die Kühle einer machtneutralen Kommunikation (früher habe das „authentisch“ geheißen), konstant in der Spannung zum Gegenstand, einem engen, aber aufmerksamen und einer eher der Schwebe als der Vereinnahmung geschuldeten Distanz zum Sujet, wie sie etwa ein guter Journalist im Gegenüber seines untersuchten Themas besitze, dem er sich ausliefere auf Zeit; oder wie ein guter Arzt in seiner diagnostisch-therapeutischen Patientennähe, dessen medizinische Leidenschaft wirkliche Krankheitsursachen und nicht bloß Umsatzmöglichkeiten erkennen wolle, oder wie der leidenschaftliche, immer noch zur Begeisterung fähige, frisch und elastisch gebliebene Leser sie bei gefesselter und zugleich kritischen Aufnahme eines guten Textes praktiziere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kunst dabei sei, so etwas wie das „Spiel“ zu halten, die notwendige, luftbefördernde Ungenauigkeit, wie beim funktionellen Abstand zwischen mechanischen Teilen eines Apparates, die anders sich falsch erhitzen würden in unablässiger Reibung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2620181257993120632?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2620181257993120632/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1117-schlanke-lange-lugenbeine.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2620181257993120632'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2620181257993120632'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/06/1117-schlanke-lange-lugenbeine.html' title='1117. – Schlanke, lange Lügenbeine.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3320059043627265641</id><published>2011-05-14T20:30:00.000-07:00</published><updated>2012-01-13T00:59:19.948-08:00</updated><title type='text'>1116. – Starenkasten, Uni.</title><content type='html'>Die große Popularität des beständig sich einmischenden, nur mehr plaudernden Wissenschaftlers beruhe, so Haller, auf dem zuverlässigen Automatismus seiner schlichten Kommentare. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er habe sich selbst geradezu als Kommentarsmaschine institutionalisiert. Das Publikum schiele bei eigener noch unsicherer Meinung nach seinen regelmäßigen Schnellschüssen, an denen es zumindest einen ersten kleinen interpretatorischen Windschatten finde, der die allzu harsche Blamage krasser Fehlurteile vermeiden helfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine offensichtlich unermüdbare Kraft könne sich – über den Beruf hinaus – jedem Gegenstand widmen, aber es scheine, als sei genau das inzwischen sein Beruf geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und sei er nicht ein Aus­bund an Wissen, gesegnet mit weltumspannendem Horizont, ein souveräner Kulturvermittler zwischen Alter und Neuer Welt, Ost und West? Die neue Literatur beurteile er mit großer Einfühlsamkeit und richtungweisender, fein sanfter Kritik, einem tiefen, innigen Verständnis für die schwierigen Produktionsbedingungen junger Talente, ja, er sei der Inbegriff des umfassend interessierten, liberalen, urbanen Intellektuellen, eloquent, humorvoll, begabt sogar mit einem beträchtlichen Maß an Selbst­ironie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er sei in seiner großzügigen Art bereit, all dies zu teilen mit einer großen Gemeinde von Bewunderern, Schülern und Claqueuren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lerne man ihn jedoch kennen, sei er im Nahbereich – unerträglich: Seine insgeheime Häme werde nie bekannt, sein Neid auf junge, noch nicht ganz so erfolgreiche Kollegen und Autoren gelange nie an die Öffentlichkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Neid habe seine Gier nach Bekanntheit enttarnt und beflügelt und ins Lauernde, Jagende verändert: Wozu kann ich mich denn noch äußern? Wo erwartet man mich noch? Wo kennt man mich noch nicht? Und wie wäre es, wenn ich mal mit dem auch ziemlich berühmten Kollegen X, der Kollegin Y ein gemeinsames Projekt machen würde? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Sucht nach Veröffentlichung, nach medialer Präsenz, nach Pressekonferenz, Fototermin, Sektempfang und Stehimbiß, nach Kongreß und Meeting, nach Evangelischer Akademie und Jahres-Tagung, diesen Unwillen (oder diese Unfähigkeit), dauerhaft still in stillen Stuben zu denken, um mit Leistungen aufzuwarten, die eben langsam reifen und sich allmählich erst entfalten, dafür einen soliden Ruf dauerhaft begründen – sei nicht etwa die entschuldbare „menschliche Schwäche“ – wir seien schließlich alle eitel, liebten unsere gedruckten Ergüsse noch einmal mehr – sondern generiere arbiträre Wissens­produk­­tion, die Beförderung von Karrieren und eine subtile Korruption durch die legitimierbare Wahrung persönlicher Interessen unterm Deckmantel der Gemeinnützigkeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3320059043627265641?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3320059043627265641/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1116-starenkasten-uni.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3320059043627265641'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3320059043627265641'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1116-starenkasten-uni.html' title='1116. – Starenkasten, Uni.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5995628252751809088</id><published>2011-05-13T21:15:00.000-07:00</published><updated>2012-01-19T22:58:13.989-08:00</updated><title type='text'>1115. – Die Mitte als Rand.</title><content type='html'>Altstadt bewohnen, die noch Mitte bilden will, heißt Zentrum zu verlieren ­– man kann nun nicht mehr „in die Stadt gehen“, man ist im vermeintlichen Kern von Zwiebelschichten angelangt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fiktion, wenn nicht gar berechtigte Erwartung, im Inneren eines kommunikativen Geschehens anzukommen, konnte man – vom Stadtrand aus heranrollend – immer haben. Nach einer genußvollen Lernphase geht der Blick dann aber immer häufiger hinter vorher ungekannte Kulissen, und die ehedem undurchdringliche, für herrliche Projektionen sich eignende Dichte der Fassaden aus Gesichtern, Steinen und kollektiven Gesten ist irgendwann dahin. Auf einmal weiß man zuviel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist, als bekäme man wieder einmal gezeigt, daß nicht jedes Geheimnis gelüftet werden muß in einem gnadenlosen Erkenntniszwang. Das Geheimnis ist nicht bloß etwas Nichtgewußtes, etwas Nichtzuwissendes, es ist dazu ein Behältnis, dem man diskret auch ausweichen kann – im übrigen gilt: non solo mundus vult decipit …&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5995628252751809088?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5995628252751809088/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1115-die-mitte-als-rand.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5995628252751809088'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5995628252751809088'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1115-die-mitte-als-rand.html' title='1115. – Die Mitte als Rand.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8912362056875353339</id><published>2011-05-13T21:10:00.000-07:00</published><updated>2012-01-13T00:03:17.828-08:00</updated><title type='text'>1114. – Nicht BMW, aber Z8.</title><content type='html'>Die ehemaligen lang­jähri­gen Zeitsoldaten, die nun im bürgerlichen Leben mit ihrem stattlichen Startgeld und der beim Militär genossenen Ausbildung Fuß fassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie beflissen sie glauben, uns zeigen zu müssen, daß die Zeit bei den Soldaten eine neutrale, allein den Ausbildungen gewidmete, völlig apolitische Phase reiner Berufsqualifikation gewesen sei. Und die Entscheidung dorthin zu gehen, ein Akt besonderer Lebensklugheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wissen nichts von dem Preis, den sie dafür zahlen mußten, daß sie nichts zahlen mußten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8912362056875353339?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8912362056875353339/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1114-nicht-bmw-aber-z8.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8912362056875353339'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8912362056875353339'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1114-nicht-bmw-aber-z8.html' title='1114. – Nicht BMW, aber Z8.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-6237916582023804575</id><published>2011-05-13T21:00:00.000-07:00</published><updated>2011-05-17T06:20:01.678-07:00</updated><title type='text'>1113. – Marktnischen.</title><content type='html'>Haller hat daran zu kauen, daß seine „Sache“ zu bedenken immer schwieriger wird, weil die lautstarke Gegenwart der vorliegenden Bemühungen anderer sich immer drängender in die Quere schieben will, so als sei die Bedeutung der eigenen Anstrengung vorab als beliebig definiert, bevor überhaupt ein Satz geschrieben wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kommt eben nicht drauf an, was man versucht, wenn man es nicht aus Trotz, aus Gewohnheit und vor allem aus Selbstachtung tut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb lieber richtig stümpern als falsch schweigen. So Haller&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-6237916582023804575?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/6237916582023804575/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1113-marktnischen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6237916582023804575'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6237916582023804575'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1113-marktnischen.html' title='1113. – Marktnischen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3246988680535848945</id><published>2011-05-12T22:23:00.000-07:00</published><updated>2011-05-17T06:18:45.468-07:00</updated><title type='text'>1112. – Schmutztitel.</title><content type='html'>Hier gelten Akademiker zugleich als Intellektuelle.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3246988680535848945?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3246988680535848945/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1112-schmutztitel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3246988680535848945'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3246988680535848945'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1112-schmutztitel.html' title='1112. – Schmutztitel.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5890686100598849112</id><published>2010-12-28T21:12:00.000-08:00</published><updated>2012-01-19T22:55:57.028-08:00</updated><title type='text'>1111. – Laienbühnen.</title><content type='html'>Haller beobachtet mit Interesse die Spanne zwi­schen jenen mode­bewußten Provinzlern, die ihren Stil ausschließlich den sporadischen Besu­chen in den Metropolen, dem Fernsehen und den Modemagazinen verdanken, nicht aber den Lebensgewohnheiten, Arbeitsformen oder Usancen, die zu diesem neuen ästhetischen Standard geführt haben, und der kleinmütigen Lebenswirklichkeit ihrer dinghörigen Verkaufspreis-Erzählwelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kennen sie, sagt Haller, nichts von der stilistischen Entwicklung, wie sie sich etwa aus Überreife oder der Dialektik der widerstrebenden Strömungen in den alten textilästhetischen und garderobenfunktionellen Orientierungen entwickelt haben mag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zeichen der Mode seien eben nicht ausschließlich der Schönheit, der Eleganz, der Semantik (und der Kosten) ästhetischer Konventionen verpflichtet, nicht rein textiler Natur, sondern prätendierte, zitierte oder intendierte &lt;i&gt;Praxis&lt;/i&gt; – die aber lasse sich glaubwürdig kaum spielen, wenn man sich in den notwendigen Modellen zuvor nicht wenigstens &lt;i&gt;versucht&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kuriosität seiner Umgebung, so Haller, bestehe darin, daß die Kleiderordnung, die striktem Eleganzverbot unterliege, hier vorgeben wolle, man habe alle entsprechenden emanzipatorischen Prozesse durchschaut und durchlaufen. So werde, sagt Haller, ein Erscheinungsbild gewählt, das offenkundig Zeugnis ablegen wolle, wie sehr man, analog einem romantischen Künstlerbild von dermaleinst, in der Kommunikation allein den wahren Gehalten den Vorzug gebe. Höre man aber genau hin, so Haller, habe sich allein die Virtuosität der Vorurteile wissenschaftsgestützt munitioniert.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5890686100598849112?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5890686100598849112/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1111-laienbuhnen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5890686100598849112'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5890686100598849112'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/05/1111-laienbuhnen.html' title='1111. – Laienbühnen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3432591215104500420</id><published>2010-12-28T21:11:00.000-08:00</published><updated>2012-01-19T22:49:04.908-08:00</updated><title type='text'>1110. – Auf einem Klinikgelände.</title><content type='html'>Hier sei der Geiz Tugend. Hier seien klare Worte verpönt. Das unmißverständliche Äußern von Gedanken und Wünschen halte man für überflüssig, weil alles sich ja von selbst verstehe.&lt;br /&gt;Hier treibe ein Denken an, das stets eingenordet sei auf die Fixpunkte Tausch- und Gebrauchswert von Hand­lungen, Teilhaben, Unternehmungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich, sagt Haller, lerne zu verstehen, warum hier eine kollektive Verkleinerung, ein tuschelnd und wispernd eingestandenes massenhaftes Wegtauchen die politische Verhaltensnorm darstellt, ihr Symbol ist die vorgehaltene Hand, wir wollen „in nix“ hineingeraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er, Haller, habe angefangen zu verstehen, warum politische Botschaften hier niemals den Adressaten erreichen, wenn sie nicht als Bedrohung eines heiligen Wertes, eines Fetischs (materialisiert als Auto, Haus und Sparbuch) daherkommen und als Gefährdung eines materiellen Standards, den ihnen zu liefern das Leben verpflichtet sei, und warum man hier so viele psychosomatisch Erkrankte antreffe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gebe, so Haller, einen Humor, der daran angedockt sei, der dem entspreche, er sei, natürlich, reflexiv bezogen auf diese Lebensformen; ästhetisch getarnt in veralteten Parodie-Formen, die doch zugleich eine Modernitätsbehauptung artikulierten. Denn seine Pointe sei der Spott über den Ewiggestrigen; der sei rückständig aber nur in technischer Hinsicht, in Sachen der Familienheiligkeit könne er gar nicht gestrig genug sein, seine Paraderollen finde der theatralisch so geerdete Humor in den Verkleidungen und Vertauschungen weiblicher und männlicher Akteure mit der moralischen Belehrung, daß man/frau sich aus dem jeweils anderen Terrain tunlichst herauszuhalten habe, gell?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die satirische Spitze der Szenen und Wortspiele treffe aber nicht, weil der klamaukige Humor sich jener scheinbar veralteten Mittel bediene, die doch, so Haller, längst wieder en vogue seien. Der im Dorftheater als albern gemeinte Hut oder die in die Stirn fallenden langen Haare, die karierte Kittelschürze, das „unmögliche“ Brillengestell – all das sei in der Stadt – als ehema­liger Golfer-, Opa-, Ausflugs-, amerikanischer Polizisten-Hut, als lässige 60er-Jahre-Zitat-Frisur oder -Brille – längst wieder oder überhaupt erst einmal ernst genommener verbindlicher Mode­stan­dard. Die Veröffentlichung einer bislang privat gehandhabten Sprachusance auf der Bühne könne einstmals aufklärerisch gewirkt haben, heute sei sie Bestandteil der Legitimation des Spießerdenkens durch Medienteilhabe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die intendierte Satire, die der Träger solcher Kennzeichen entfachen sollte, liege dann allenfalls, so Haller, in ihrer unfreiwilligen Differenz zur Wirk­lichkeit. Die habe aber wiederum die vermeintlichen parodischen Formen längst hinter sich gelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das habe, gemeinsam, so Haller, mit dem Schwinden dialektaler und örtlicher Gebundenheit der Zuschauer an feste Traditionen dazu geführt, daß die kokette Seitenblicksverständigung einen binnensatirischen Nebenschauplatz eröffnet habe, der dazu herhalten müsse, sich augenzwinkernd über die ehedem geltenden Normen von Lustigkeit lustig hinwegzusetzen, so als wolle der Satiriker sagen: darüber haben sich altmodische Satiriker lustig gemacht, nicht aber wir. Es seien die großstädtischen Stilmittel des grellscheußlichen Adidas-Trainingsanzugs, Indikatoren des Lustigen, was von jeder Hartz-4-Gegend realiter längst eingeholt sei, oder das floral entgleiste Hawaiihemd des Wortartisten, dessen Kunst darin besteht, so zu reden wie alle, mit viel Arschloch und viel Scheiße – ohne jede Aufklärung, ohne jede Spitze, so Haller, aber mit viel Erfolg.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3432591215104500420?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3432591215104500420/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/01/1110-auf-einem-klinikgelande.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3432591215104500420'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3432591215104500420'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/01/1110-auf-einem-klinikgelande.html' title='1110. – Auf einem Klinikgelände.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-9212738231645615889</id><published>2010-12-28T21:10:00.000-08:00</published><updated>2011-12-22T06:25:53.476-08:00</updated><title type='text'>1109. – Verschattungen.</title><content type='html'>„Hast du hoffentlich auch be­merkt, daß &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; dich zuerst gesehen, dich aber &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; gegrüßt habe, damit du weißt, daß ich dich noch lange nicht grüße, selbst wenn ich dich als erster sehe, und ich weiß, dass du weißt, wie sehr ich dich gesehen habe?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit du genau weißt, dass &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; das entschieden habe und mir der Nichtgruß nicht etwa nur so unterlaufen wäre, ich vielmehr darauf bestehe, daß nicht &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; dich als erster grüße, sondern &lt;i&gt;du&lt;/i&gt; mich. Wenn du mich denn siehst – auch wenn du jetzt so tust, als hättest du mich nicht gesehen – dann hast du endlich auch gemerkt, wie es mir gar nichts ausmacht zu zeigen, dass ich dich kenne und dann auch wieder gar nicht, und daß aus meinem herausgerutschten Gruß noch keinerlei Verpflichtung für mich folgt, dich erneut zu grüßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weißt du nun, wie wenig Mühe ich mir mit deiner, mit jeder Nachbarschaft mache, die du, ja du, aus der Anonymität zu holen und am Leben zu erhalten hast, und nicht ich? Und daß ich aus dieser Beziehung jederzeit aussteigen kann, wie und wann es mir einfällt. Ich hab’ doch nichts zu befürchten, wenn ich dir nicht gefalle! Glaub’ doch nicht, weil ich dir mal die Tageszeit entgegengeworfen habe, könntest du ein Anrecht daraus ableiten, hinfort immer gegrüßt zu werden! Ich werd’ dich doch nicht grüßen, wenn ich nichts davon habe. Ich bin doch hier nicht auf dem Lande …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähm, ach, übrigens, wenn die Müllmänner am Donnerstag kommen, stell’ doch meinen Eimer mit ’raus, ja?!&lt;span style="font-family: inherit; font-size: small;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-9212738231645615889?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/9212738231645615889/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1109-verschattungen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9212738231645615889'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9212738231645615889'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1109-verschattungen.html' title='1109. – Verschattungen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8142066628876346354</id><published>2010-12-28T21:09:00.000-08:00</published><updated>2012-01-12T05:38:27.929-08:00</updated><title type='text'>1108. – Solokonzert.</title><content type='html'>Haller wolle nicht mehr irgendwo „dazu­ge­hö­ren“ – nie mehr, nirgendwo! &lt;br /&gt;Und zwar aus Stärke, nicht als schwache Flucht! Er erhebe – hoffentlich – keine geheimen Forderungen mehr nach Unterstützung und Anerkennung, nach Halt durch Gruppen und Vereine.&lt;br /&gt;Nicht, weil die nicht ernst zu nehmen seien oder deren Vertreter, Mitglieder, Agenten unglaubwürdig, sondern weil er die zur „Vollmitgliedschaft“ erforderliche Ausschließlichkeit nicht leisten könne.&lt;br /&gt;Die Zusammenschlüsse, in denen er hospitiert habe, seien ihm in ihrer konzentrierten Ernsthaftigkeit zu eng, zu schmal, zu verbindlich, damit allzu einengend erschienen für ihn, Haller, eng bis zur Gefahr von Atemlosigkeit.&lt;br /&gt;Das Nein zu den anderen Themen sei ihm stets als ein Implikat des Ja zu dieser Gruppe hier vorgekommen.&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="line-height: 15.0pt; text-align: justify;"&gt;Er wisse, dies sei Pfiff mit Variationen auf mächtige wissenschaft­liche Verdikte von „fehlender Integra­tion“.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8142066628876346354?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8142066628876346354/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1108-solokonzert.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8142066628876346354'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8142066628876346354'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1108-solokonzert.html' title='1108. – Solokonzert.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8244796217855237090</id><published>2010-12-28T21:08:00.000-08:00</published><updated>2011-12-22T02:56:45.187-08:00</updated><title type='text'>1107. – Vertraute Importe.</title><content type='html'>Haller kannte die genaue idiomatische Entsprechung nicht: erahnte aber sicher den Sinn von Wendungen wie: He wasn’t much of a man.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8244796217855237090?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8244796217855237090/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1107-vertraute-importe.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8244796217855237090'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8244796217855237090'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1107-vertraute-importe.html' title='1107. – Vertraute Importe.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-80669405688557572</id><published>2010-12-28T21:07:00.000-08:00</published><updated>2012-01-12T05:34:56.234-08:00</updated><title type='text'>1106. – Dichterlos.</title><content type='html'>Wie oft Texte sich doch nur im Vorhof von Einsicht und Erfahrung bewegen. Haller will rufen: „Das Protokoll von Erfahrung &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt; nicht die Erfah­rung!“ Es spekuliere über Genese, Wirkung, Kosten, Folgen von Experimenten; es ersetze diese nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Literarische Kunst sei nicht das Roßtäuscher-Talent, erfahrungslos solche Erfahrungen vorzugeben. Selbst wenn die Zu­stim­mung zur gezeigten Bilderwelt eindeutig ausfalle: sie sei bloß Offerte an Leser, der Phantasie ein Geländer zur Hand zu geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„So könnte es gewesen sein“ sei allerdings, wenn es gelang, „realistischer“ als das platte „So war das!“&lt;br /&gt;Die großspurige, aber kleinmütige, bürgerlich gesättigte Welt der Rezipienten sei, so Haller, in toto parasitär an den Gefahren der poetischen Abenteuer beteiligt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deutsche Kritiker, Übersetzer, Herausgeber, Vorwortschreiber, all die eifrigen Kleinausgaben des mächtigen, mächtig überschätzten Marcel Reich-Ranitzki: ein Heer von Schnorrern, deren Feigheit und Erfahrungsarmut das Leid der elenden, verzweifelten, kranken, genialen Dichter brauchten. Basta! So Haller, dem auch nach vierzig Jahren Beobachtung noch die Stirnadern schwollen beim Gedanken an die schamlose Hereinnahme dichterischer Lebensschicksale in die bürgerliche Unterhaltung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-80669405688557572?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/80669405688557572/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1106-dichterlos.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/80669405688557572'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/80669405688557572'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1106-dichterlos.html' title='1106. – Dichterlos.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-1973090423019114427</id><published>2010-12-28T21:06:00.000-08:00</published><updated>2011-12-22T02:51:47.514-08:00</updated><title type='text'>1105. – Nach dem „Diner zu Coblenz“.</title><content type='html'>Gute Erfahrung: Es endlich wieder einmal mit denen zu tun zu haben, deren – kraftvoll, eigensinnig, freiwillig, gekonnt, absichtlich gewählter – Sitz zwischen Stühlen liegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;(Erinnerung für Nichtlateiner: Im Sommer 1774 schrieb Goethe&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;am Ende des gleichnamigen, oben angeführten Gedichts:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Und, wie nach Emmaus, weiter ging’s&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Mit Geist- und Feuerschritten,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Prophete rechts, Prophete links,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Weltkind in der Mitten.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1973090423019114427?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1973090423019114427/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1105-nach-dem-diner-zu-coblenz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1973090423019114427'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1973090423019114427'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1105-nach-dem-diner-zu-coblenz.html' title='1105. – Nach dem „Diner zu Coblenz“.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' 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href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1905286646455574028/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1104-spielteppich.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1905286646455574028'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1905286646455574028'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1104-spielteppich.html' title='1104. – Spielteppich.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' 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Expressivität bereits verbraucht scheint, bevor ein rednerischer oder inhaltlicher Höhepunkt erreicht wäre. Dieser hohen Grund­-Erre­gung zuzuhören strengt Haller bereits an, ihre Steigerung möchte er sich gar nicht vorstellen angesichts der schon jetzt verwendeten Mittel für diese schlich­teren, unteren Bedeutungs- und Erregungsregionen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder, so Haller, hier ist es die Stimme einer mit hohem Gaumen, dunkel intonierenden, tief ansetzenden Stimme, als wolle sie das parodierende Kind parodieren, das einen bösen, bösen Räuber stimmlich darstellen will. Die Stimme einer Frau, deren Vortrag die Wortfolge der Begriffe und grammatikalisch erforderlichen Hilfsmittel trocken und isoliert, gleichsam ohne melodische Verbindungen zu ihren syntaktischen Nachbarn artikuliert. Die auf diese Weise groß gewordenen Bedeutungen der Bestandteile schwingen breitarmig gegen ihre Nachbarn im Satz und er, Haller, so Haller, sagt, er könne nicht folgen, weil er nicht Sätze höre, sondern Vokabeln, Lexikoneinträge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frau schlägt rasch einen Bogen von einem grob schraffierten Alltag, wie sie sich ihn denkt, hin zu ihrer theologischen These, die sie mit einem Hinweis auf ihre persönlichen Beziehungen zu Jesus Christus oder dem Vater im Himmel verbindet. Sie greift, so Haller, mit ihren Worten dann gleich hinein in diese, man merkt, so Haller, sie meint des Hörers Lebensform, die sie vor sich zu haben glaubt. Das ist aber ein simples zweifelsfreies Set von Standards aus festgefrorenen Ritualen, altersgerechten Witzen und Festen und Sprüchen. Und christlichen Deutungstraditionen der menschlichen Probleme, Lebensabschnitte, Ratlosigkeiten etc. In ihrer langsamen gutturalen, stolzierenden Art der Artikulation zeichnet sie eine Skizze von Lebensverhältnissen, von der sie, so Haller, anzunehmen scheint, daß sie damit klar benannt sei. Denn es sind schlichte und grobe Kategorien des Glücks, des Alters, der Lebensführung, mit denen sie da hantiert. Der heutige Predigttext ist für sie wohl so gut geeignet, weil sie die zitierten heiligen Worte für genau solche Situationen verfaßt sieht, wie sie sie jetzt glaubt entstanden haben zu lassen vor wehrlosen Ohren wie denen eines Haller. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr Ton versucht, was früher einmal „burschikos“ hieß. Ein Sound, dessen Akzeptanz, dessen Ver­bindlichkeit längst nicht mehr sichergestellt ist, weil wir, so Haller, hier eben nicht mehr wie im Jahre 1956 am Lagerfeuer sitzen und zur Klampfe singen, wie Gott unser Sach’ aufs best gestellt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier, so Haller, die mangelnde Rundung des Tonbogens innerhalb des Satzes, die Stimme senkt sich nicht am Ende der semantischen oder syn­taktischen Einheit. So erhält der Ton etwas Fragendes, zugleich Behauptendes, Schroffes, weil er – nicht mündend – in der Schwebe akustischer Unabge­schlos­sen­heit verbleibt, so als wolle er sich im Klang einem verminderten Dominantseptimakkord annähern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist, als versuche sie, so Haller, die spröde Diktion der jungen Ingeborg Bachmann parodisch einzuholen. Deren grelle, murmelnde und dann wieder scharf artikulierende, sehr österreichische Redeweise sei aber uneinholbar individuell und nicht kopierbar. Bachmann zu hören gehe gar nicht anders, als daß man bereit ist, ihre Gedichte zu &lt;i&gt;erleben&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;. Die beruhigende Senkung am Ende des Satzes bleibt auch bei der Bachmann aus. Das mag bei der großen Lyrikerin bewußtes Stilmittel gewesen sein, Vorläufigkeit, Entwurfscharakter, Bescheidenheit im Bewußtsein der Unabgeschlossenheit, der Unabschließbarkeit eines Urteils- oder ästhetischen Prozesses gewesen sein.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Hier aber läuft in der Stimme die Behauptung mit: Ich erklär' euch das jetzt mal, ich versuche es ganz einfach, und zwar so … Es ist etwas, so Haller, etwas wie der Versuch, Frischluft hineinzulassen in den stehenden Mief, in ein Thema, das so verbraucht, alt­backen ist wie die populären Bibel­zitate, deren interrogativ getarnte Deutungen ihn, Haller, in die erste frühe Tageskrise gestürzt haben (können), weil die Frage zu Beginn der medialen Predigt ein sehr wohl bestehendes Sinndefizit angesprochen haben kann, dann aber in einer &lt;/span&gt;„&lt;span style="font-style: normal;"&gt;billigen&lt;/span&gt;“&lt;span style="font-style: normal;"&gt;, weil theologisch begründeten, nicht aber einen Haller zufriedenstellenden Methode abgearbeitet und zum &lt;/span&gt;„&lt;span style="font-style: normal;"&gt;faulen&lt;/span&gt;“&lt;span style="font-style: normal;"&gt; Ende eines bereits bestehenden Schutzdaches aus zu glaubenden Sätzen geführt wurde.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-1060418257681183542?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/1060418257681183542/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/04/1104-das-wort-zum-tag.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1060418257681183542'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/1060418257681183542'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2011/04/1104-das-wort-zum-tag.html' title='1103. – Das Wort zum Tag.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-9188408971826976969</id><published>2010-12-28T21:02:00.000-08:00</published><updated>2012-01-12T05:03:11.477-08:00</updated><title type='text'>1102. – Familienkolonne.</title><content type='html'>Gemeinsam mit zwei Autos über Landstraßen und Autobahnen rollen: Kollision der Systeme Innen- und Außenwelt: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie hockte ich da – kein Gedanke an Sicher­heits­gurte – halb eingeklemmt zwischen den Vorder­sitzen des (endlich nicht mehr Brezelfenster-)VWs (oder beim 170er S, dem ersten im Autoverleih gemieteten Mercedes-Benz, wo man des sehr wohl wahrgenommenen Auftritts in der Straße gewiß sein konnte), und warf den Blick nach vorne oder nach hinten: schaffen wir noch die Grünphase der Ampel (beim Hinter­her­fahren) – oder: Wie ernst und ulkig zugleich guckt der Alfred doch, überlegte ich beim Vorausfahren, dem Cousin ins angestrengte, eifrige, verschwitzte Gesicht blinzelnd, wenn der schon vorne sitzen durfte neben dem Onkel im Opel Rekord, da dem lindgrünen, gleich hinter uns. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was Verwandtschaft, was Beziehung ist, wurde auf einmal fraglich an­gesichts des Schreckens, daß ihre Existenz durch solch kleinen Perspektivwechsel bereits gefährdet werden konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man bloß mal kurz und versuchshalber dieses Wohl­wol­len gegenüber dem fraglosen Wir unserer Familie abschwächte, experimentell fortnahm, man versucht war, nur kurz mal ganz sachlich auf &lt;i&gt;Die da vorne&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; zu sehen! Schwindel bei dieser antizipatorischen Kälte!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Draußen zu sein, wir alle in der Welt, gefährdete dieses Wohlwollen, und der Blick konnte kalt werden.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Und war es nicht, als würde etwas Familien-Intimes durch den Vorausfahrenden oder Hinterdrein­rol­lenden veräußert, veröffentlicht und damit entwertet?&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Wie gemein, wie schäbig konnte auf einmal die Welt sein, die das so Gutgekannte, Gemochte, Vertraute (von Insassen, Fahr­zeug, Veranstaltung) nun verkleinern wollte zur Karikatur, einer Schwundstufe der Schönheit, der Eleganz, des Unser …!&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-9188408971826976969?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/9188408971826976969/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1102-familienkolonne.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9188408971826976969'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/9188408971826976969'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1102-familienkolonne.html' title='1102. – Familienkolonne.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-6979525986540644814</id><published>2010-12-28T21:01:00.000-08:00</published><updated>2011-12-22T02:44:08.358-08:00</updated><title type='text'>1101. – Eva, Anita, Mendocino</title><content type='html'>Die Dauer eines Songs und seine Struktur als Eigen-Werbung, als Trick, damit jeder Hörer sich &lt;i&gt;ja&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; den Namen der Band einpräge. Viele Male wird eine Phrase wiederholt, so oft, daß man abschalten und wie einem Kind, das zu oft zu viel überflüssigen Lärm wiederholt, die Tür weisen möchte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist, als sei die Nummer nichts als ihre eigene Werbung. Wie die Jacken, deren Gestaltung auf den einzigen Sinn zulaufen, daß ihre Träger optisch brüllen: wir sind Nike, wir sind Adidas, wir sind Tommy Hilfiger, wir sind Sergio Tacchini oder Kappa, kapiert?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier rufen die Songs immerzu: Wir sind die Gypsies, die Gypsies, nicht vergessen, die Gypsies!Wir sind die Gypsies, und damit ihr das nicht vergeßt: nochmal, wie heißt die Band, die hier musiziert, wie heißt sie – na, na … richtig! Die Gypsies. Also diese Musik hier stammt von den Gypsies. Ja, den Gypsies, es sind die Gypsies, die hier spielen, die Gypsies sind das. Und ihr solltet euch den Namen einprägen: Gypsies. Genau. Gypsies. Kamma nich vagessen! Gypsies!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dagegen diese wunderbar griffig-kompakten 2-Minuten-40-Sekunden-Songs aus den Fünfzigern: schnörkellos, direkt, unprätentiös, sachlich noch in der mondbeschienenen falschen Romantik eines harmlosen Eisdielen-Teenagertraums der Everly-Brothers oder einer diabetikergefährdenden Schnulze des frühen Johnny Cash.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-6979525986540644814?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/6979525986540644814/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1101-eva-anita-mendocino.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6979525986540644814'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6979525986540644814'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1101-eva-anita-mendocino.html' title='1101. – Eva, Anita, Mendocino'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-480803927099435631</id><published>2010-12-28T21:00:00.000-08:00</published><updated>2012-01-19T22:46:45.191-08:00</updated><title type='text'>1100. – Sound of silence.</title><content type='html'>Mir war, als verbreite sich das Geräusch, ohne die Stille im Raum zu vertreiben; als würde sie belassen, vielleicht gar verstärkt; was ich hörte, war jedenfalls etwas, das &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; dieser Stille aufkommen konnte; Töne, die sich dünn oder zart erst im Gegenüber dieses ruhig fortbestehenden Gehäuses entfal­teten, indem sie zeigten, wie still es hier war. Als schließe sich die Gleichzeitigkeit von Stille und Klang nicht aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann aber kommt etwas von außerhalb alles Akustischen, wahrnehmbar mit anderen Sinnen: dieses einzelne Geräusch zeigt hin auf verborgene Spuren: auf einen nichtklanglichen Nachhall von Äußerungen, auf stumm gebliebene, doch wahrnehmbare Abdrücke von Stimmungen oder Aus­ein­ander­setzungen oder Absichten oder starken Willensbekundungen, auf plakative, störrische oder ganz verhaltene Lebens­zeichen und auf die feinen Spuren von Macht, die früher an diesem Ort geherrscht haben mochte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nehme diese Spuren wahr durch das Gefühl, etwas Fehlendem, einem Mangel auf der Spur zu sein. Nichts, woran Geschmack haftet, nicht sichtbare Insignien, Wappen, Mobiliar, Inschriften, vielmehr abstrakte Zeichen von hier Erlebtem, von Gefühlslagen, von etwas Unabgeschlossenem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier gibt es &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;auf einmal &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;für mich eine Menge solcher dem Raum einbeschriebener Zeichen zu „lesen“, führen sie mir vor allem einen Mangel vor, zeigen ein Minus an irgendetwas Notwendigem. Auf fehlende Energie etwa, ich erwarte, mit dem Ton als Folie, weitere deutliche Nachschwingun­gen oder fühlbare Abdrücke des hier Verrichteten. Ganz ohne alle Geräusche. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Vergeblich. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Dann die Gewißheit: ich bin in einem wenig lebendigen, freudlosen, trau­rigen Gehäuse, markiert von der Routine einer überholten Zeit, wer weiß – womöglich nie wirk­lich mit Leben erfüllt. (Der esoterische Freund hätte von einem „energetisch schlecht versorgten Gehäuse“ ge­sprochen.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, ich kenne sie von alten Verwaltungs-, Amts- oder Universitätsgebäuden, wo es lange Zeit keine Ver­änderung mehr gab, wo die geölten Abläufe eine quietistische, totstell-ähnliche Vermeidungshaltung generieren, eine Orientierung am Stillstand vorgeben, Häuser, die kurz vorm Verlassen- oder Abgerissenwerden zu stehen scheinen. Betritt man ein solches Gebäude, eine Wohnung, ein Büro, manchmal auch das Sprechzimmer eines alten Arztes, von dessen Vitalität nur mehr die Augen zeugen, so ist es, als müsse man sich wehren: gegen einen Mangel angehen wie gegen einen Unterdruck, mit dem dieses vitalistische Vakuum saugen will. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Echos meiner eigenen gerade hervorgebrachten Ge­räusche bleiben dürr und mickrig; auch die Verrichtungen von anderen – Schritte etwa über den Linoleumboden oder das Auf­­ziehen einer schwergängigen Schublade, die Bedie­nung eines unwilligen Apparates – sie verlangen – für mich – danach, eingebettet zu sein in ein lebendiges Kontinuum, verlangen nach Eingreifen, nach Mitmachen, nach der Lebendigkeit von raschem Hin und Her, nach dem Schwung von flitzenden, stür­mi­schen, tempe­rament­vollen, zielgerichteten und ver­spielten Bewegungen, zu denen – so ergänze ich mir –­ ein munteres Geräuschbild sich gesellen soll, wie die hörbaren Spuren einer beweglichen jungen Frau oder – extrem &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;– &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;eines temperamentvollen, leiden­schaftlichen Kochs in einer geräumigen Küche, Menschen also, die klappernd und pfeifend und trällernd ihre Arbeit gerne machen, und ich, sonst erbitterter Feind allen Lärms, dieses kollernde Getöse lächelnd hören, gleichsam &lt;i&gt;sehen&lt;/i&gt; kann als stimmigen, weil notwendigen Baß zu einer hell darüber sich erhebenden Melodie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und damit stiften sie Dauer, halten sie etwas am Leben, dessen immer neuer Beginn nicht gleich wieder versinkt in der Bedeutungslosigkeit von Routinen und leeren Serien. Die kleine Runde endet (mit dem Abtrocknen benutzten Geschirrs, dem Anziehen des Patienten, dem Zuklappen der Akte, dem Ausschalten des Gerätes), aber die Gewißheit des überdauernden Bogens bleibt, die Spur der Arbeit, die hier je aufs neu begonnen wurde, endet nicht mit der Schicht, da wächst ein Zweites von Dauer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier dagegen: nichts davon. Jedes Geräusch isoliert sich, versinkt langsam in einem teigigen Desinteresse der Umgegend und der Folge. Keine anhaltende Wirkung, keine Dauer, eine spröde Kleinteiligkeit unverbundener Einzelheiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Unwohlsein befällt mich in der Gegenwart von Menschen, die sich mit Apparaten verstellen und mit vielen fremden Worten und raschen Deutungen Zäune errichten.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Was ist das: Falsche Stille? Die Abwesenheit jeder Erinnerung an gut geflossenen Schweiß? Die Unlust, das Immergleiche mit der Lebendigkeit der selbstgesetzten Sinnfülle erträglich &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;zu machen&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; und sogar liebenswert? Ist es die stille Hingabe an die handwerkliche Kunst, als die das meiste sich sehen läßt, die ich vermisse? Ist es die Schwäche, den Auftrag nicht so sehr als Entsprechung einer empfangenen, kapitalistischer Warenwirtschaft entsprungenen Order zu sehen, sondern ihn einer Sinngegend zu verpflichten, jenseits des nun bereits ehrwürdigen Verblendungszusammenhangs? Also immer noch &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;„&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Aufklärung&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Silence like a cancer grows“, sangen einst Simon &amp;amp; Garfunkel.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-480803927099435631?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/480803927099435631/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1100-sound-of-silence.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/480803927099435631'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/480803927099435631'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1100-sound-of-silence.html' title='1100. – Sound of silence.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2380390592305526904</id><published>2010-12-20T20:08:00.000-08:00</published><updated>2011-04-20T02:25:08.229-07:00</updated><title type='text'>1099. – Talking, Blues.</title><content type='html'>&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;Haller, der Selbstaufklärer: Die Menschen wollen nicht miteinander &lt;i&gt;sprechen&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;, sie suchen Müllhalden. So wie sie für den Strunk ihres Blumenkohls, für Bierdosen, Papier und Pappe ihren je eigenen Müllhaufen haben, in Form von Tonnen, Containern oder Gelben Säcken, so benötigen sie entsprechende Behältnisse und Personal für technische, seelische und philosophische Abfälle. Einen Zusammenhang zwischen der anfallenden Müllmenge und ihrer Lebensform sehen sie nicht. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;Tendenziell &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;benötigen sie immer größere Kübel, die von immer stärkeren Müllmännern entsorgt werden müssen.&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;&lt;style&gt;@font-face {  font-family: "Times New Roman";}@font-face {  font-family: "L Frutiger Light";}@font-face {  font-family: "Palatino";}@font-face {  font-family: "AppleGothic";}p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 11pt; font-family: "L Frutiger Light"; }table.MsoNormalTable { font-size: 10pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; }&lt;/style&gt;    &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="font-family: inherit;"&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small; font-style: normal;"&gt;Ich bin solch ein Eimer&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small; font-style: normal;"&gt;, sagt Haller. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;„&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small; font-style: normal;"&gt;Und mir gefällt das. Jedenfalls gelegentlich. Aber dann – ob ich auch schon so rieche, vergoren, übersäuert? Immer aber sehe ich auch Kollegen – ausgestattet mit robusterem Gedärm – , die sich solcherart zu ernähren verstehen.&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;style&gt;@font-face {  font-family: "Times New Roman";}@font-face {  font-family: "L Frutiger Light";}@font-face {  font-family: "Palatino";}@font-face {  font-family: "AppleGothic";}p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 11pt; font-family: "L Frutiger Light"; }table.MsoNormalTable { font-size: 10pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; &lt;/style&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2380390592305526904?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2380390592305526904/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1099-talking-blues.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2380390592305526904'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2380390592305526904'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1099-talking-blues.html' title='1099. – Talking, Blues.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2098593204620433725</id><published>2010-12-20T20:07:00.002-08:00</published><updated>2011-04-19T06:58:58.295-07:00</updated><title type='text'>1098. – Falsches Schlüsselloch.</title><content type='html'>&lt;div style="font-family: inherit;"&gt;Durch das Lachen, dessen schrille Töne so sehr denen eines schlimmen Weinens ähneln, ein – gibt es das? – negativ jubilierendes Hochgreinen, wie die profane Variation der Klänge eines Klageweibes – durch dieses Lachen schaue ich hinein in die Ödnis eines Hohlkörpers, der sich als eine einzige Abwehr- und Wunschmaschine müht …&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2098593204620433725?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2098593204620433725/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1098-falsches-schlusselloch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2098593204620433725'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2098593204620433725'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1098-falsches-schlusselloch.html' title='1098. – Falsches Schlüsselloch.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7339776525046783170</id><published>2010-12-20T20:07:00.001-08:00</published><updated>2011-04-19T06:20:07.232-07:00</updated><title type='text'>1097. – „In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden.“*</title><content type='html'>Immer die trockene Ordnung, die, als Abbild von Erfahrungs­­unlust und Lebensscheu, Dokument ist einer ängstlich bedachten Sicherheit in der verläßlichen Einrichtung kleiner persönlicher Welten aus: Kugelschreibern, Bekanntschaften, Automarken und Philosophemen – alles ist an seinem Platz, und zwar immer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn etwas seine Koordinaten verliert in dieser Topographie und sich die Eckdaten des Gehäuses verschieben, dann entsteht Unruhe, es drohen Chaos, Krankheit und Bankrott. Diese Art magerer, falsch verschlankter Lebenspraxis, in der es seit langem keinen Raum mehr gibt für Varianten oder Experimente, betoniert die Topoi, und es bedeutet große Mühe, mit diesen Menschen, die Patienten zu ähneln angefangen haben, um jene neuen Erfahrungsfelder herumzukommen, die wirkliche Zusammenarbeit verlangt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Komische daran ist, dies ist keine psychopathologische Fallbeschreibung, sondern Resultat der laienhaften Beobachtung des Verhaltens von sogenannten Fachleuten wie Psychiatern und Psychologen, deren deformierte Sicht auf die Welt, die sie kokett eingestehen, am Anspruch ihrer Deutungshoheit nichts ändert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;„In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden. Wer sind denn die, welche diese Ordnung gemacht haben, und die wachen, diese Ordnung zu erhalten?“, Georg Büchner, Der Hessische Landbote, Erste Botschaft. Darmstadt, im Juli 1834, S. 2&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7339776525046783170?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7339776525046783170/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1097-in-ordnung-leben-heit-hungern-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7339776525046783170'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7339776525046783170'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1097-in-ordnung-leben-heit-hungern-und.html' title='1097. – „In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden.“*'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-602013485845637617</id><published>2010-12-20T20:07:00.000-08:00</published><updated>2011-04-19T05:13:28.317-07:00</updated><title type='text'>1096. – 1x Pommes, rot-weiß.</title><content type='html'>Man darf schlau sein, hochgebildet, künstlerisch begabt und trotzdem „bloß“ Pommes frites verkaufen; aber man darf kein promovierter Lebensmittelchemiker sein und in der Bude dort stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil das Einverständnis zu lange zu weit ging und nun einen Mißerfolg dokumentiert, der mit der wissenschaftlichen Vollständigkeit zur beruflichen Halbheit wurde – und dabei doch Lebenskunst hätte sein können. Diese Tür ist nun zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirkliche Kritik ist Nein und kein Vielleicht. Dieser Mangel disqualifiziert für den „eigentlichen“ Beruf. Deshalb steht der zu Recht da.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-602013485845637617?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/602013485845637617/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1096-1x-pommes-rot-wei.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/602013485845637617'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/602013485845637617'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1096-1x-pommes-rot-wei.html' title='1096. – 1x Pommes, rot-weiß.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5844800779342811158</id><published>2010-12-20T20:06:00.000-08:00</published><updated>2011-04-19T05:09:03.229-07:00</updated><title type='text'>1095. – Tirol im Winter – Ihre Esso-Tankstelle.</title><content type='html'>Hypersensibel, stoßen sich Hallers Nerven daran, daß jemand in seinem Zimmer den neuen Foto-Kalender an der Wand zwar so obenhin, aber doch in einer Weise befingert, daß Haller das oberflächliche Durchblättern wie etwas Usurpierendes, wie eine Vereinnahmung von etwas vorkommt, das allein ihm gehört. Es ist, als verstieße der andere gegen ein Verbot, mit seiner, Hallers Zeit zu hantieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weniger damit hat es zu tun, scheint Haller, daß die anderen – nach abergläubischer Vorsicht – die noch vor Haller liegenden Wochen- oder Monatsblätter nicht anschauen sollen, oder, praktischer, weil die Überraschung nicht genommen werden soll, die das neue Blatt bereithält zum Beginn jeder Woche oder am Ersten eines Monats; es hat etwas mit einem gelüfteten Geheimnis in der Zeit zu tun. Davon soll der die Finger lassen. Und Fortuna soll ihre Gaben in ein fettfreies Gefäß gießen, das dieser Kalender mitzubilden hilft. Schließlich, so Haller, sei Demut das schlechteste Motiv nicht, die dahinströmende Zeit ununterbrochen – weder akzelerierend und vorab umgreifend, noch in falschem Ritardando abbremsend – sich ereignen zu lassen ...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5844800779342811158?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5844800779342811158/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1095-tirol-im-winter-ihre-esso.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5844800779342811158'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5844800779342811158'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1095-tirol-im-winter-ihre-esso.html' title='1095. – Tirol im Winter – Ihre Esso-Tankstelle.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-6693620881793358778</id><published>2010-12-20T20:05:00.000-08:00</published><updated>2011-04-20T00:42:08.951-07:00</updated><title type='text'>1094. – Mit dem Wolkenfinger im Gedankenhimmel.</title><content type='html'>Dichter ist Haller am wenigsten am Schreibtisch („Wie! – Sie laufen hier ’rum! Ich dachte, Sie wären Schriftsteller!?“).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-6693620881793358778?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/6693620881793358778/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1094-mit-dem-wolkenfinger-in-den.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6693620881793358778'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/6693620881793358778'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1094-mit-dem-wolkenfinger-in-den.html' title='1094. – Mit dem Wolkenfinger im Gedankenhimmel.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2283448731650342142</id><published>2010-12-20T20:04:00.000-08:00</published><updated>2011-04-19T05:01:26.815-07:00</updated><title type='text'>1093. – Das Botox der Utilität.</title><content type='html'>Die merkwürdige Alterslosigkeit von Menschen, die sich allein als Kollegen kennen – Zeichen härtester Verdinglichung. Wie mühsam die Außenperspektive wiederzuerwerben ist auf die junge, schwanger werden könnende Frau oder auf den alten, bald in den Ruhestand tretenden Mann ist – zeigt bloß ein dekoratives Außerdem dieser bloß als Produzenten ernst- und wahrgenommenen Glieder der Herstellungskette …&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2283448731650342142?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2283448731650342142/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1093-das-botox-der-utilitat.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2283448731650342142'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2283448731650342142'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1093-das-botox-der-utilitat.html' title='1093. – Das Botox der Utilität.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4355633513944580340</id><published>2010-12-20T20:03:00.000-08:00</published><updated>2011-04-19T04:53:30.030-07:00</updated><title type='text'>1092. – Helpin’ hand.</title><content type='html'>Haller, der Wörtliche: er hört Bedarf, zögert kaum, packt an, gleichsam sofort und mit eigenen Händen und bescheidenen Mitteln, um viel zu spät festzustellen: war alles nicht so gemeint. &lt;br /&gt;Haller lernt nichts daraus. Er merkt sich so etwas nicht. Er tappt stets aufs neu in die getürkte Bedürftigkeitsfalle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fragen zur formalen Logik, die gesprächsweise mit dem alten Freund erörtert wurden und diesem, so kam es Haller vor, als dringendes Desiderat, ja notwendig schienen für weiteres Wohlbefinden, behandelt Haller konsequent und fleißig in einer Serie ausführlicher Briefe von den Aristotelischen syllogistischen bis zu halsbrecherischeren Formen des Schließens. Der Freund antwortet nicht einmal, nicht 1x.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der andere wollte die komplizierte Holzarbeit selbst bewerkstelligen, ohne doch alles Spezial-werkzeug zu besitzen; Haller, technisch gut bestückt, schickt Spezialzubehör – Fräser, Holzbohrer, Parallelanschlag allerbester Qualität und erfährt – Schweigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller versteht nicht, daß er selbst das Scheitern herbeiführt: eifrige Hilfe bedrängt. Er hört die Wünsche falsch, er versteht die Sätze nicht, mit denen die anderen von Problemen und Lösungen, und zwar im Konjunktiv reden.&lt;br /&gt;Sie jammern, sie fragen nicht. Haller zeigt falschen Ernst, sein Wörtlichnehmen ist wenig elegante Kommunikation, zu der bekanntlich auch die Fähigkeit gehört, die Einbettung von Äußerungen in einen psychohygienischen Zusammenhang zu verstehen; Haller dagegen läuft ängstlich entlang den langweiligen, aber korrekten Lexikoneinträgen feststehender Bedeutungen.&lt;br /&gt;Das Spiel ist aber auch das Spiel der Wörter mit ihrem Gegensinn. &lt;br /&gt;Hallers Wunsch nach Verbindlichkeit der Beziehung begründet dieses Wörtliche. Hat der andere aber situativ gespielt, müssen Mißverständnis und Enttäuschung zwangsläufig folgen. Denn die Freunde verstehen seine Offerte als übertrieben und scheuen zu Recht vor ihrer Annahme zurück.&lt;br /&gt;Ihm, Haller, dämmert langsam, daß er das Schweigen verstehen soll als späte Lektion, als ihre Antwort auf seinen Druck; dabei ist ihr Hilflosigkeitsjammern, ihr Einsamkeitsstöhnen eine Form der Selbstverständigung, ventilierend allein durch Äußerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles das ist rhetorisch. Darauf antwortet man nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4355633513944580340?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4355633513944580340/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1092-helpin-hand.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4355633513944580340'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4355633513944580340'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1092-helpin-hand.html' title='1092. – Helpin’ hand.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7586864314374285472</id><published>2010-12-20T20:02:00.000-08:00</published><updated>2011-04-19T04:47:37.108-07:00</updated><title type='text'>1091. – 68 in der Provinz.</title><content type='html'>In dieser Gegend, da alles Neue immer noch Mißtrauen erregt, wenn es nicht technische Innovation von Tüftlern ist, gilt einer als echter 68er, wenn es ihm einst gelang, als Langhaariger ein Bier mit dem Pfarrer zu trinken, auf das dieser ihn eingeladen hatte nach einer etwas feurigeren, aber abgewürgten Schul- oder Konfirmanden-Diskus­sion über … Beate Klarsfelds Kiesinger-Ohrfeige, über die Ver­strickungen von Juristen und Medizinern während der Nazizeit oder über Hans Globkes juristische Kommentare aus dem Jahre 1935.&lt;br /&gt;Geblieben sonst ist – nichts. Sanft, aber nachhaltig ist die Welle der Zeit über den kleinen politischen Fußabdruck hinweggespült.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7586864314374285472?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7586864314374285472/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1091-68-in-der-provinz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7586864314374285472'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7586864314374285472'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1091-68-in-der-provinz.html' title='1091. – 68 in der Provinz.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8896625500487367408</id><published>2010-12-20T20:01:00.000-08:00</published><updated>2011-04-19T02:18:13.286-07:00</updated><title type='text'>1090. – Die Regentschaft der Sprüche.</title><content type='html'>Auf der Suche nach den Prinzipien, den Begründungen der Regeln, nach denen Haller gelebt hat, bewußt oder nicht, stößt er auf wirksame Sätze, deren Banalität er sich gar nicht eingestehen mag. &lt;br /&gt;Es sind achtlos geäußerte Phrasen von Erwachsenen, beiläufig fallengelassen, aber auf den fruchtbaren Boden kindlicher Bedürftigkeit nach einer Antwort auf genau diese Frage. Dort geht nun die dubiose Saat auf, wird Deutung, krumm und verbogen, aber passend gemacht für den einen Fall.&lt;br /&gt;Zum Glück stehen in dem Satz, der Phrase, der Bauernregel, dem Familienspruch die semantischen Bauteile so weit auseinander, daß Haller, das Kind, darin Ähnlichkeit mit seiner klärungsbedürftigen Situation sehen kann.&lt;br /&gt;Heute nun, auf einmal, erkennt er, wie sehr sein Leben bestimmt wurde vom Bodensatz aus solch fremden Erfahrungen und Sprüchen, von einem Sud aus Zitaten, wie seine Zeit bestimmt war von den Kontaminationen mit vergangenen Regeln aus vergangenen Zeiten. Ihre Regentschaft boykottierte einst Hallers eigene Bemühungen, zur Klarheit zu kommen. Und doch  richtet er sich noch im Aufräumen an solchen Sätzen auf.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8896625500487367408?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8896625500487367408/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1090-die-regentschaft-der-spruche.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8896625500487367408'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8896625500487367408'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/12/1090-die-regentschaft-der-spruche.html' title='1090. – Die Regentschaft der Sprüche.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7233358979087999791</id><published>2010-11-14T23:59:00.000-08:00</published><updated>2011-04-18T06:54:43.449-07:00</updated><title type='text'>1089. – Leistung, Ethik.</title><content type='html'>Man wirft Haller vor, er halte nur das für lohnenswert, das anstrengend sei. Als sei er vernarrt in die Mühe. „Aber Anstrengung“, antwortet Haller, „ist nur ein wahrscheinliches Moment von attraktivem Tun, von gelingendem Werk, von glücklicher Arbeit. Es lohnt einfach nicht, sich weniger Mühe zu geben.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7233358979087999791?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7233358979087999791/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1089-leistung-ethik.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7233358979087999791'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7233358979087999791'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1089-leistung-ethik.html' title='1089. – Leistung, Ethik.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8828999969699301705</id><published>2010-11-14T23:58:00.000-08:00</published><updated>2011-04-18T06:47:06.656-07:00</updated><title type='text'>1088. – Testamentsregelungen.</title><content type='html'>Haller sagt, er habe bereits als Kind ein großes Erbe antreten dürfen: eine Angst-Hinterlassenschaft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so wie er sich im Falle finanzieller Schulden aus dem ererbten Minus eines Kontostandes hätte herausarbeiten müssen, so habe er sich zeitlebens bemüht, ins Plus von seelischen Buchungen zu kommen. Das sei nicht etwa nur erlernte Angst gewesen; er, Haller, glaube, er habe auch die von anderen unterlassene Arbeit gegen die Angst zu verrichten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Reichtümer“, so Haller, „im Sinne einer positiven Barschaft an Sicherheit, an Lebensfreude, an unverstellter Praxis erwirbt man sich damit kaum.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es gebe reichlich Gelegenheit, zu verstehen, in welche Schlupflöcher Furcht sich verkriechen könne. Man lerne hineinzuleuchten in die Dunkelheit der Verstecke, man werde zum Entdecker; und das Schöne sei: jede Entdeckung bedrohe oder gar kappe die klebrige Verbindung zu den Erblassern, und alte Schwerfälligkeit aus dieser seit langem lastenden Erfahrung verwandele sich endlich in wachsende Leichtfüßigkeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8828999969699301705?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8828999969699301705/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1088-testamentsregelungen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8828999969699301705'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8828999969699301705'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1088-testamentsregelungen.html' title='1088. – Testamentsregelungen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2064306475439183984</id><published>2010-11-14T23:57:00.000-08:00</published><updated>2011-04-18T05:29:53.329-07:00</updated><title type='text'>1087. – Büro, Büro.</title><content type='html'>Wo ich bin, ist Wohnzimmer. In der Anmaßung eines unterstellten Windschattens, wie ihn jene raren, in ausgebeulten Cordhosen herumwandelnden Stars verursachen, die allein Narrenfreiheit besitzen, weil sie ausschließlich an der Sache orientiert und schöpferisch sind, die alle Formen verachten und verachten dürfen, wenn sie der Konzentration abträglich sind, in solch dünnerer Luft segelt der zweit- und drittklassige Narziss. Er segelt auf watteweichen Sweatshirts mit „bequemem“ Schuhwerk in der Negation aller Garderoben-Codes. Solche Codes sind ihm verhaßt, weniger aus ästhetischen als vielmehr aus politischen Gründen: sofern sie produktive Spannung bedeuten, die durchaus auch im Festlichen liegen kann. Das sachlich sich bemühende kleine Talent hält sich (mit „Fellweste und offener Hose“, so Hannes Wader) für einen Künstler, für „kreativ“, aber es ist nur feige. Es kann nicht fürs Allgemeine sich exponieren, begibt sich nie in die zweifellos kritisierbare Formalie des Offiziellen, der Begrüßung, des Danksagens, der freundlichen Neuaufnahme, der Verantwortung aus stellvertretender Last auf ihren Schultern als denen von Vize-Chefs, Vize-Abteilungsoberen etc.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Selbstdarstellung ist eine stark aufgetragene textile Schminke, die drastische Privatheit veröffentlicht. Sie stellt eine nun im Schaufenster präsentierte Intimität dar, der nicht nur jede Distanz fremd ist, sondern die lauernd und provozierend um Antwort buhlt und Kommentar – natürlich nur Lob – will für diesen seinen Mut zur Geschmacklosigkeit, für die Veröffentlichung dieser unaufgefordert geäußerten These, für den stummen Bericht, den zu goutieren man bitteschön anzutreten habe … aber es ist eklig, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu müssen, in denen chipsknabbernde Biertrinker RTL-Fernsehprogramme beobachten und in „Gemütlichkeit“ machen aufm Sofa oder die Zitate der pickeligen Gesichter aus gnadenlosen Kameras von Gesprächsrunden nachbeten, die scheinbar über ein „heißes Eisen“ streiten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2064306475439183984?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2064306475439183984/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1087-buro-buro.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2064306475439183984'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2064306475439183984'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1087-buro-buro.html' title='1087. – Büro, Büro.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-507701297003290705</id><published>2010-11-14T23:56:00.000-08:00</published><updated>2011-04-18T04:46:54.133-07:00</updated><title type='text'>1086. – Freezing Smiley.</title><content type='html'>Haller spürt hinterm Lächeln Vorbehalte, Unsicherheit, auch Verschlagenheit. Haller wendet sich ab und antwortet auf die Frage, warum: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weil wir hier …&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;, – Haller ziert sich und wechselt gleich ins Grundsätzliche – „ … jedem Lächeln Aufrichtigkeit abverlangen. Doch ist Lächeln gar kein notwendiger Bestandteil freundlichen Umgangs. Es ist ein uneinklagbares Mehr. Hierzulande gilt es als Zeichen unbedingter Sympathie. Sympathie aber hat in den täglichen Abläufen gar keinen Ort.&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Forderung nach Authentizität dieser Stimmungsbekundung,&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; so Haller, „zielt in befremdlicher Weise aufs Private, dem Bereich, wo so freundlich zu sein allein angemessen ist.&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Warum?&lt;style&gt;@font-face {  font-family: "Times New Roman";}@font-face {  font-family: "L Frutiger Light";}@font-face {  font-family: "Palatino";}@font-face {  font-family: "AppleGothic";}p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 11pt; font-family: "L Frutiger Light"; }table.MsoNormalTable { font-size: 10pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; }&lt;/style&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Weil Freundlichkeit uns wesensfremd ist, wir sind sozusagen von Hause aus immer gezwungen, uns zu verstellen, latent sind wir immer falsch. Das wissen wir auch von uns. Das unterstellen wir dem anderen begründetermaßen. Sein Lächeln kann nur falsch sein. Denn wir kennen keine Grundfreundlichkeit, zu der dann ein in diesem Sinne fremdes chinesisches oder amerikanisches &lt;i&gt;Geschäftslächeln&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; gehörte.&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt;, so Haller.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dieses Lächeln,&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: small;"&gt;&lt;span style="font-family: Palatino;"&gt;“&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; fährt Haller fort, „ist im übrigen gar nicht belastbar, es hat nichts mit der Person des Verkäufers, Kellners, Hotelportiers, Polizisten zu tun, sondern ist Teil seiner professionellen Ausrüstung. Dieses Lächeln unterscheidet sich erheblich von der freundlichen Steigerungsform, mit der dann private Zuneigung bekundet wird.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„In unserem Landstrich gar“, so Haller, „gilt Freundlichkeit als Schwäche, als Verschwendung, der kommunikative Grundton ist denn ja auch eher ein Bellen, Maulen, Knurren, jedenfalls verbiesterte Unlust …“ , so Haller, „im Grunde also die ehrlichste Darstellung der seelischen Verfassung der umgebenden Zeitgenossen. Sie können sich ein Zusammentreffen kaum anders denn als schlechte Laune verursachendes Manöver vorstellen, bei dem wieder einer was von einem will, und das kostet, und zwar womöglich mehr als Lächeln.“&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-507701297003290705?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/507701297003290705/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1086-freezing-smiley.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/507701297003290705'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/507701297003290705'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1086-freezing-smiley.html' title='1086. – Freezing Smiley.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5405063362588410593</id><published>2010-11-14T23:55:00.000-08:00</published><updated>2011-04-18T04:50:00.425-07:00</updated><title type='text'>1085. – Siehst du mich auch?</title><content type='html'>Falls Eitelkeit eine solche Kraft, eine so starke Antriebsfeder ist, &lt;i&gt;muß&lt;/i&gt;&lt;span style="font-style: normal;"&gt; sie etwas anderes sein als nur eine individuelle degenerative Erscheinung bei kaputten Figuren in hochzivilisierten Gesellschaften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nietzsche: „Man muss sich also eingestehen, dass die eitelen Menschen nicht sowohl Anderen gefallen wollen, als sich selbst, und dass sie so weit gehen, ihren Vorteil dabei zu vernachlässigen; denn es liegt ihnen oft daran, ihre Mitmenschen ungünstig, feindlich, neidisch, also schädlich gegen sich stimmen, nur um die Freude an sich selber, den Selbstgenuss, zu haben.“, aus: &lt;i&gt;Menschliches, Allzumenschliches&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das aber ist außerhalb des Machtzusammenhangs gedacht; ihm kann diese Nietzschesche Variante mit der masochistischen Beimischung nicht gelten: sie wäre dort kontraproduktiv, dort, wo es etwa im herstellenden Bereich keinerlei reservatio mentalis, nichts übriggebliebenes Eigenes mehr gibt, das nicht in den Dienst der Festigung der eigenen Position gestellt würde. &lt;br /&gt;Es gibt keinen energe­tischen Überschuß, den man solcherart spielerisch gegen sich laufen lassen könnte; alles hat der Armierung der erreichten Positionierung zu dienen. Und sollte die eitel-überhebliche Selbstdarstellung in den Vor­hof von Ironie geraten, dann nur, um sich noch über die zu geringe Reichweite von Spott lustig zu machen, zu gering, als daß dieser sie zu erreichen vermöchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Es ist wie in Hanns-Dieter Hüschs Bericht von der Einladung bei den Mächtigen, die ihn einst in erlesener Runde aufforderten, nun, da man unter sich sei, so recht vom Leder zu ziehen. Hüsch vermutete, er hätte die schärfsten Satiren, die ver­letzendsten Vergleiche, ja die übelsten Be­schimp­fungen äußern können, und sie hätten dazu wahr­scheinlich nur gelächelt …).&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5405063362588410593?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5405063362588410593/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1085-siehst-du-mich-auch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5405063362588410593'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5405063362588410593'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/1085-siehst-du-mich-auch.html' title='1085. – Siehst du mich auch?'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7343429771621550537</id><published>2010-11-14T23:54:00.000-08:00</published><updated>2011-04-12T02:58:31.938-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='14.11.10'/><title type='text'>1084. – Schweigekür.</title><content type='html'>Einst lag Haller die Gilde sehr am Herzen, zu Zeiten war sie ihm schier heilige Mission. Auch den Status dieser edlen Zunft zu festigen, und das konnte eifriges Werkeln, ausdauernde Werbung und gegenüber sachfremden Interessierten wortreiche Erläuterun­gen mit mehr oder minder erträglichen historischen Exkursen nach sich ziehen, war buchstäblich Ehrensache. Draußen vertrat er selbstbewußt und sachkundig die Geschichte der Disziplin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen schönen sinnlosen Aufwand treibt Haller schon lange nicht mehr. Denn die alte Zunft hat aufgehört zu sein, sogenannte neue Medien, meist elektronische Substitute, sind an ihre Stelle getreten, und in einem aufwendigen Simulationsprozeß werden fingierte ästhetische Resultate erzeugt, wie sie die Rezipienten aus den vergan­genen Traditionen zu sehen gewohnt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist untergegangen, das alte Handwerk, seine Kunstfertigkeit ist museal, es wird allein von kleinen Narren im Halbdunkel betrieben, und ihre heutige offizielle, zur Schwundstufe degenerierte Verfassung ist Haller völlig fremd und gleichgültig geworden, ja mehr – längst erscheinen ihm die verbliebenen, etwa fachbegrifflichen Reste wie Parodien, wie Verhohnepipelungen auf das alte Handwerk. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Galt früher die Mitgliedschaft dort als eine kleine, feine Auszeichnung, so kann sich Haller heute nun auch nichts mehr darauf zugute halten, immer noch seinen Beruf zu haben. Tröstliche Entlastung gibt es durch die Einsicht, daß etwas vergangen ist, was aufzuhalten nicht in der Macht der Zunft­angehörigen stand. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller erfährt sein Alter auch durch solche langwelligen Degenerationen, er bedauert, daß er sich nun fühlen muß wie der Heizer auf der E-Lok. Zugleich aber müsse er ohne Häme feststellen, daß – um das Bild weiter zu bemühen – trotz all des moder­nen Gerätes differenzierte Kenntnis vom kunst­gerechten Fahren sehr oft fehle. Ihm, so Haller, mit seinem rußigen Image traue man die erforderliche diffizile Geschicklichkeit gar nicht mehr zu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So putze er weiter unverdrossen an der blanken Schaufel für jene Kohlen, an deren Rückkehr er ganz fest glaube.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7343429771621550537?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7343429771621550537/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/schweigekur.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7343429771621550537'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7343429771621550537'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/11/schweigekur.html' title='1084. – Schweigekür.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7014815403373195042</id><published>2010-09-12T20:05:00.000-07:00</published><updated>2011-04-12T01:36:09.537-07:00</updated><title type='text'>1083. – Schweigepflicht.</title><content type='html'>Wenn jemand allzu oft Recht behalten, triumphieren, immer als der Klügere dastehen will, wenn jedes Gespräch zur Gelegenheit genutzt wird zu zeigen, wie sehr er doch verwöhnt wurde vom Glücke, wenn einer aus jeder privaten Bagatelle eine öffentliche Angelegenheit machen will, die alle Beteiligten, alles Material veredelt, weil es durch die Berührung mit der hehren Persönlichkeit in die sakrale Sphäre erlauchten Seins aufgestiegen ist in den inneren Ring der höheren Weihen, einer Persönlichkeit, der gegenüber zu sitzen wir gerade die kostbare Ehre feiern dürfen – dann legt sich ein erst ironischen, dann resignierendes, richtiges, falsches Schweigen um ihn, niemand will mehr mit diesem Menschen über das Notwendige hinaus etwas zu tun haben. Richtig ist das Schweigen, weil es die Wahrheit der Kommunikation abbildet; falsch, weil der fehlende Widerstand den Größenwahn in die dichteren Nebel der Pathologie führt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7014815403373195042?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7014815403373195042/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/schweigepflicht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7014815403373195042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7014815403373195042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/schweigepflicht.html' title='1083. – Schweigepflicht.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4244214194212953141</id><published>2010-09-12T20:03:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:35:26.815-08:00</updated><title type='text'>1082. – Kleinkarrieren.</title><content type='html'>Wenn die subalterne eine frei­­willige Position ist, kann sie Ausdruck sein von großer Unabhängigkeit und innerer Freiheit: der untergeordnete, solcherart „freie“ Mitarbeiter Haller stützt die Existenz der Organisation (Amt, Uni, Firma, Schule) nicht durch hohe private innere Beteiligung: er benutzt sie allein, um Geld zu haben für Obst und Bücher, für Fahrradschläuche und Schreibpapier, fertig.&lt;br /&gt;Diese Nutzung ist wie oft mit höherem Engagement verbunden als das der Ernsthafteren, der echten Gefolgsleute, der Karrieristen oder Inhaber.&lt;br /&gt;Formen der „Selbstverwirklichung“ hat Haller seit immer delegiert in Bereiche, in denen es wirklich ernst wird. „Ernst“ in diesem Sinne konnte Haller die Arbeitswelt nie sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4244214194212953141?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4244214194212953141/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/kleinkarrieren.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4244214194212953141'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4244214194212953141'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/kleinkarrieren.html' title='1082. – Kleinkarrieren.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5127243367559534495</id><published>2010-09-12T20:02:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:33:13.717-08:00</updated><title type='text'>1081. – Nachlaßprojekte.</title><content type='html'>Schon jetzt stehen wir Alten staunend neben den weltläufigen, vielsprachigen, weltgewandten Jungen, deren kommunikative Fähigkeiten enormem Druck ausgesetzt sind und standhalten, Jungen, die begonnen haben, Suppen auszulöffeln, von denen die unserer Rente noch eine der schmack­hafteren ist; und sie tun dies sachlich, ja lapidar, mit Schulterzucken und fernab von Schuldzuweisung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir, die wir großgeworden sind in der gemütlichen bundesrepublika-&lt;br /&gt;nischen Konsumnische, einer beruhigend festgefügten westlich abgesicherten Welt, haben allein an Lösungen für Problemchen innerhalb dieses Schonraums gebastelt, medial probierend, wie weit unsere Flüstertüten reichen, waren wortradikale Anhänger des Konjunktivs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man merkt es heute, wenn schon nicht an sich selbst, dann noch an der Subventions-mentalität von bestimmten Gruppen und an bestimmten Orten, deren scheinbare Prosperität einem nie erwirtschafteten Wohlstand verdankt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stattdessen ist Lamoryanz flächig geworden, sie weiß nichts von den Privilegien, in dieser Gegend der Welt zu Hause zu sein. Merkwürdig ist dabei: die intensive Reisetätigkeit der Zeitgenossen hat sie nicht etwa bescheidener, klüger, kenntnisreicher gemacht, mit deutlicherem Bewußtsein vom Glück dieser Zugehörigkeit ausgestattet, sondern in eine weinerliche Minus-orientierte und Mängel konstatierende chronische Unzufriedenheit bugsiert (, die in dieser Gegend so ausgeprägt ist, daß deren hängende Mundwinkel bei den deutschen Mundwinkel-Tiefhängelaß-Meister­schaften garantiert auf den vordersten Plätzen landen dürften).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5127243367559534495?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5127243367559534495/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/nachlaprojekte.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5127243367559534495'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5127243367559534495'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/nachlaprojekte.html' title='1081. – Nachlaßprojekte.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-4667633337998478166</id><published>2010-09-12T20:01:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:26:04.502-08:00</updated><title type='text'>1080. – Gegengaben.</title><content type='html'>Die &lt;i&gt;ihn&lt;/i&gt; mochten, mochte &lt;i&gt;er&lt;/i&gt; nicht, &lt;i&gt;weil&lt;/i&gt; sie ihn mochten, er blieb verstört angesichts unverdienter, geschenkter Zuwendung … Weniger aus mangelndem Selbstbewußtsein oder dem Gefühl, von minderem Wert zu sein, als weil er Zuneigung als &lt;i&gt;Praxis &lt;/i&gt;verstand, litt er nur, was freundlich sich zu entwickeln versprach.&lt;br /&gt;Das frühe Ende dieser gleichsam künstlich beschleunigten Entwicklung wirkte eher bedrohlich denn beruhigend.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-4667633337998478166?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/4667633337998478166/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/gegengaben.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4667633337998478166'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/4667633337998478166'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/gegengaben.html' title='1080. – Gegengaben.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2569041629427807784</id><published>2010-09-05T11:44:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:25:16.236-08:00</updated><title type='text'>1079. – Knotenschnüre, Narbenpflege.</title><content type='html'>Hallers Stärke ist seine Beziehungs-Schwäche. Er &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt; so, er macht das nicht. Er bietet sich an, so können Frauen sich fühlen, so können sie wachsen und ihre verborgene Kraft entfalten. Haben sie diese dann erfahren, sagen sie: du bist klein, schwach, alt. Zeigt er seine Kraft, sagen sie: neben dir wächst nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Resultat: alle wachsen an seiner Seite, er schrumpft. Sie wachsen weg von ihm, aber doch ihn als Maßstab benutzend von höheren Längen-Reifegraden oder einer sprach- und erfahrungsgewissen Volumenzunahme. Sie haben auch keinerlei Skrupel, ihr Wachstum mit schmerzhaften Markierungen an Haller selbst zu dokumentieren.&lt;br /&gt;Sie besitzen, selbst Haller zufolge, diese Gewinne zu Recht, und doch wären sie ohne ihn so nicht ausgefallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller aber, in der Annahme, er sei, wie er sei, also unveränderlich, wird kleiner, seine Kraft, Ausdauer, sein Langmut, die Verfolgung seiner eigenen Pläne verkümmern zu Schwundstufen. Denn sein Glück ist ihr Wachstum. Ihm selbst bedeutet nichts, was nicht ihre Entwicklung wäre. Da er sich nicht sieht, weiß er nichts von seiner eigenen Skizzenhaftigkeit. Doch Haller liebt Niederlagen, denn oben und unten, klein und groß, stark und schwach sind Worte mit neuen Bedeutungen – alle aufgeladen mit dem jeweiligen Sinn von entfalteten, gescheiterten, aber lehrreichen, nie nur negativ zu beschreibenden Beziehungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haller versteht: Da ist kein Ort, kein Raum für Dank, da ist keine Höhe für milden Rückblick. Die Retrospektive, in der arbeitende Hilfe sichtbar würde, zeigte dann auch die Anfänge von Entwicklungen und Verläufen und aufwärtsstrebenden Bahnen, zeigte Vorgänge der Verdichtung, der Schärfung, der Ausbildung von Sinn für die Farben, Sinn für artifizielle Gerüche der Kunst, den Geschmack theoretischer Gegenstände und alter, geschichtsbeladener Worte, die Künste der Wahrnehmung oder der Haushaltung mit der eigenen Zeit, die alle er sich an die Revers heften könnte, wenn es Einheiten gäbe, sie zu messen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Totalität des alten Verblendungszusammenhangs ist Haller auch darin erlegen, daß die, die ihn, den Zusammenhang, zu durchschauen vorgaben, sofort in die ökonomische Banalität von Verrechnung verfallen, wenn die Tassen, die Teppiche, nicht aber Werte taxiert werden, die unbedingte Solidarität einst schuf. Es waren vollkommen ohne jegliche Idee von eigener Sprache Geschlagene darunter, die im Windschatten Hallerscher Sorge – ungestört von der Bereitstellung psychischer, intellektueller, sprachlicher Produktivkräfte – ihren schwungvollen Weg zur Laufbahn nahmen (die ihnen aber selten zu einer erfüllenden Karriere geriet – &lt;i&gt;touché!&lt;/i&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Materialität der Zielsetzungen war bereits die Weltenferne, deren Mathematik jemand wie Haller nie würde verstehen lernen. Die einst nach vorne vertrauende Anlage des solidarischen Trainings ergibt in der mißlungenen gemeinsamen Sprache kein einklagbares Gut, nichts was bei einer Scheidung einen Rechnungsposten abbildete. Hallers grob fahrlässiges, untaktisches Verhalten hat ihn in Armut gebracht, obwohl ordentlich Geld da ist, Armut, die eher mit Ermüdung, Ratlosigkeit, Experimentierverhaltung und der langsamen Neuausrichtung des Blickes in die menschenferne, gar menschenfreie Natur beschrieben werden könnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2569041629427807784?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2569041629427807784/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/knotenschnure-narbenpflege.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2569041629427807784'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2569041629427807784'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/09/knotenschnure-narbenpflege.html' title='1079. – Knotenschnüre, Narbenpflege.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-2772607708074982377</id><published>2010-08-22T09:58:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:22:15.635-08:00</updated><title type='text'>1078. – Fleiß schlägt Grips.</title><content type='html'>In der pausenlosen Gschaftlhuberei (das erste Mail um 6 Uhr morgens, der Entwurf zum nächsten Essay nachts um 12, die Revision des großen Artikels in der Mittagspause, die dann keine mehr sein kann) hat sich ein unreflektiertes Machertum breitgemacht, dessen schäumendes Brimborium den Text-, Papier-, aber auch den Müllausstoß beträchtlich gesteigert hat; das reicht vom breit publizierenden Professor, der ein holpriges Deutsch schreibt, weil er zu viel Wissenschaftsprosa geschluckt hat, bis zum Großjournalisten, der gesellschaftlichen Strömungen nicht nur nachgehen, sondern seinen Stempel aufdrücken möchte. Am schlimmsten aber: Der Fleißige hält sich für besser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er glaubt, nur weil er schuftet, sei er ein wertvollerer Mensch (oder näher am lieben Gott). Seine Kränkung aber, zu sehen, daß nicht er und seinesgleichen, sondern die Faulen, die Trägen, Gleichgültigen, die mit der „freizeitorientierten Schonhaltung“, die Witzigen, Pfiffigen, die Schlagfertigen, Selbstironischen, die mit Grips gesucht werden.&lt;br /&gt;Musterknaben wie sie dagegen meidet man, sobald es gilt, „das Leben“ zu feiern, leicht zu sein, sich zu erfreuen hienieden des irdischen, dann einmal gar nicht jammervollen Tales. Freiwillige Nähe sucht man nicht zu ihnen. Denn man spürt die unangenehmen, suchtähnlichen Scannerblicke, mit denen sie nach einer Legitimation ihrer aktuellen Unproduktivität Ausschau halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fleißigen, Eifrigen, immer Arbeitsamen und immer Willigen schätzt man gemeinhin als solide Informanten, als verläßliches Lexikon, als belastbare Transportesel für technische Lösungen oder als brauchbare Reserve für die Beendigung von Ausdaueraufgaben. Ansonsten aber – ihr trompetender Fleiß lärmt, will mehr als nur Anerkennung, will Normgebung einheimsen, fällt lästig, wirbelt sozusagen lediglich formalen Staub auf und zeigt: was übers normale Maß hinausgeht an Einsatz, Engagement und Tatkraft, was dann in Überstunden mündet, mündet in die ergebene Gereiztheit aus Erschöpfung und sogar Selbsthaß, ihr Rudern und Klotzen, die Wahl ihrer Objekte nach Maßgabe der Eignung für ihre dummen Muckis – all das wurzelt in saurem Boden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fleiß wird dumm, ja gefährlich, wenn die Erfahrung der intelligenten Faulheit, dieses Humus' von guten Ideen, Skizzen und Projekten gejätet werden soll mit den scharfen Sicheln viel zu früher Nützlichkeit, dem kalten Stahl vorab definierten Nutzens, der Harke aus Brauchbarkeit und Zwecken. &lt;br /&gt;Faulheit dagegen ist – Wildwuchs, Treiben lassen die Triebe und abwarten. Alles das wissen wir doch seit J. B. Priestley, seit Hermann Hesse und anderen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-2772607708074982377?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/2772607708074982377/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/flei-schlagt-grips.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2772607708074982377'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/2772607708074982377'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/flei-schlagt-grips.html' title='1078. – Fleiß schlägt Grips.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-827711904814307086</id><published>2010-08-01T20:46:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:22:34.066-08:00</updated><title type='text'>1077. – Parlewu Anglää?</title><content type='html'>Die Vorhut der legitimierten Ignoranz, die Avantgarde des kollektiven Narzißmus hat sich inzwischen in einen Kernbereich vorgearbeitet, der die Selbstverständlichkeit unseres europäischen Fundus zernagt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(So empfand der junge Mann seine Unkenntnis der Sprache unserer französischen Nachbarn als „reine Geschmackssache“. Und ich hätte gefälligst an seinem Geschmack&amp;nbsp; nichts herumzumäkeln. – Nur leider behinderte dieser Geschmack den Fortgang unserer Arbeit.&lt;br /&gt;Wie alt ich bin: die Forderung Ernst Robert Curtius’, der mit strenger, heute snobistisch erscheinender Geste verlangte, man solle die paar europäischen Dialekte schon kennen, wenn man denn über Literatur sprechen wolle, wirkt heute noch einmal wie glasperlenverspielte Arroganz. – Ich erfülle diese Forderung im übrigen beileibe auch nicht; aber doch ist das Bewußsein vom Mangel scharf ausgebildet, und um ein paar der Curtiusschen „Dialekte“ habe ich mich schon bemüht, maar – natuurlijk – het is niet verrassend, as ik ben obgegroeid dichtbij de Nederlandse border, ook kan praten en heel klein beetje van de Nederlandse taal, niet waar?)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-827711904814307086?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/827711904814307086/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/parlewu-anglaa.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/827711904814307086'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/827711904814307086'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/parlewu-anglaa.html' title='1077. – Parlewu Anglää?'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-5362113028630696505</id><published>2010-08-01T19:45:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:19:07.831-08:00</updated><title type='text'>1076. – Sach: Feichling!</title><content type='html'>Er empfand die zwanghaft verfolgte Treue als lächerlich; doch als er sie brechen wollte, rollte der kleine Kumpel sich weich in die schmollende Ecke und behielt autoritär das letzte stumme Wort: hiergeblieben!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-5362113028630696505?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/5362113028630696505/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/sach-feichling.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5362113028630696505'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/5362113028630696505'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/sach-feichling.html' title='1076. – Sach: Feichling!'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-8066833683266926781</id><published>2010-08-01T19:43:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:10:26.245-08:00</updated><title type='text'>1075. – Herrgott, Margot …</title><content type='html'>Die ichlos umfließende Anpassung an die mächtige Erfordernis läßt daran zweifeln, daß Menschen Wirbeltiere sind: so elastisch &lt;i&gt;kann&lt;/i&gt; kein Rückgrat sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-8066833683266926781?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/8066833683266926781/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/1075-herrgott-margot.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8066833683266926781'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/8066833683266926781'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/1075-herrgott-margot.html' title='1075. – Herrgott, Margot …'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-3086102533314238329</id><published>2010-08-01T19:42:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T01:08:40.367-08:00</updated><title type='text'>1074. – Wespentaille.</title><content type='html'>Eine Frau wie der Entwurf zu einer Skizze für den Vorschlag einer Verlockung. Eines Versprechens, das sie kaum je eingehen und niemals halten würde – mit koketten, aber linkischen Fingerzeigen preist sie sich an als uneinholbares Idol, als reiner Konjunktiv, als utopischer Wunschhimmel, dabei mit deutlicher Scheu vor allem, was höher fliegen oder Nähe bedeuten könnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-3086102533314238329?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/3086102533314238329/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/wespentaille.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3086102533314238329'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/3086102533314238329'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/wespentaille.html' title='1074. – Wespentaille.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-7972588235693590700</id><published>2010-08-01T19:41:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T00:52:05.767-08:00</updated><title type='text'>1073. – Matte Regenbögen.</title><content type='html'>Die Qualität der Arbeit dort ist eine Funktion der Trauer der Produzenten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie können sie gewiß sein, daß ihr genauer Fleiß auch wirklich einen bescheidenen Ertrag erbringt. Wie können sie darauf vertrauen, das Seelenheil hienieden schon zu erwirtschaften (wenn – in ihrer Ideologie – die Gnadenbotschaft noch nicht angekommen ist). Unsicher und ratlos, wie noch höhere Anstrengung aussehen könnte, können ihre Bemühungen Zorn werden, so entsteht Arbeits&lt;i&gt;wut&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweitens: das lange Echo eines historischen Großereignisses verklingt nur sehr in einem sehr zähen ritardando. Vor Zeiten ist so bestialisch „Ordnung“ gestiftet worden, ist so gründlich – ein für allemal – aufgeräumt worden, daß das kollektive Gedächtnis vor der Monstrosität der Aufgabe, solche Erfahrung zu verwalten, kapitulieren mußte und das Nachbeben der gemeinsamen seelischen Erschütterung immer noch zu spüren ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die sprachliche Regelung der offiziellen Historiographie hat aus dem Gemetzel eine deutlich harmlosere „Schlacht“ gemacht, d. h. sie minimiert zu einem punktuellen, datierbaren, singulären Ereignis. Das „Ereignis“ ist aber wesentlich ein Wirkungsstrom, dessen in die Zeit gerichtetes Potential nicht ignoriert werden kann. Seine Wirkung besteht unter anderem in einem tiefen, umfassenden und durch keine Generosität, kein Entgegenkommen, keine ausgestreckte Hand zu entkräftendes Mißtrauen in alles Höhergestellte, Adlige, Grundbesitzende, in alles, was auch nur von ferne an irgendeine Macht erinnert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer wollte denen verdenken, auf der Hut zu sein, wenn die „Von“- und „Zu“-s ihre selbstgefällige, durch keinerlei Wechsel von Regierungsformen gefährdete Existenz – breitarschig oder kulturell höchst feinsinnig – inzwischen über Jahrhunderte hinweg demonstrieren, deren Vorfahren sich in den übelsten Gefechten, mit den schmierigsten Tricks der Bauern entledigten, die es auch nur gewagt hatten, einer weiteren Steuer ein erstes mutiges Nein entgegenzustellen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verräter zudem haben dem Denken, ich stell’ mein Sach’ nur auf Gott und auf mich ganz allein, unverbrauchbaren Vorschub geleistet. Und wenn wir jetzt noch die Erbauungsliteratur nehmen, die erfolgreich sedierenden Bemühungen der Pfaffen, sind die Phänomene keinesfalls überraschend.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-7972588235693590700?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/7972588235693590700/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/matte-regenbogen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7972588235693590700'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/7972588235693590700'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/matte-regenbogen.html' title='1073. – Matte Regenbögen.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-642927682475116372</id><published>2010-08-01T19:40:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T00:45:23.125-08:00</updated><title type='text'>1072. – We don't need no education.</title><content type='html'>Die Dinge, auf die es ankommt, haben mit „Bildung“ nichts zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gilt für den hochgestochenen Akademiker mit seinem antiquierten Titel-Stolz, dessen Eitelkeit selbstreferenziell und gruppenfern im Arbeiter-Gelächter verdampft, wie für den schlichter Gestrickten, der aus dem Fehlen der (mit akademischer Qualifikation verbundenen) For­men keinerlei höhere Legitimität seiner Unkenntnis erworben, keinerlei proletarische Richtigkeit seines Existenzentwurfs nachgewiesen und damit seine meist intellektuell eher unterbelichtete Lebensform goutiert bekommen hätte.&lt;span style="color: #006600;"&gt; &lt;span style="color: black;"&gt;Patet omnibus       veritas; nondum est occupata.*&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;*sagt Seneca in seinen Briefen, Die Wahrheit steht jedem offen, sie ist noch nicht eingenommen worden. &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Epistulae       morales 33,11&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-642927682475116372?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/642927682475116372/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/1073.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/642927682475116372'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/642927682475116372'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/1073.html' title='1072. – We don&apos;t need no education.'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-10535657122281303.post-793675135821508672</id><published>2010-08-01T19:39:00.000-07:00</published><updated>2011-02-18T00:43:00.314-08:00</updated><title type='text'>1071. – Traue dich, zu verstehen!</title><content type='html'>Der Unterschlupf unter die wärmenden Röcke der Oberen wird überhaupt nicht mehr als würdelose Flucht, als vorzeitige Resignation, als reaktionärer Eskapismus empfunden – so wie man – umgekehrt – längst nicht mehr fragt, &lt;i&gt;womit&lt;/i&gt; denn der erfolgreiche Mann sein Geld verdient hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/10535657122281303-793675135821508672?l=werner-radtke.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://werner-radtke.blogspot.com/feeds/793675135821508672/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/traue-dich-zu-verstehen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/793675135821508672'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/10535657122281303/posts/default/793675135821508672'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://werner-radtke.blogspot.com/2010/08/traue-dich-zu-verstehen.html' title='1071. – Traue dich, zu verstehen!'/><author><name>wr</name><uri>http://www.blogger.com/profile/18161690180229531189</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='24' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-ml2-pMxM0S4/TpWOfTadsnI/AAAAAAAAANA/RSV3CBwWAQU/s1600/WR%252C+2011%252C+8.jpg%22'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
